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Die Antikriegsbewegung wächst weiter

- Zehntausende protestieren gegen Krieg und Sicherheitskonferenz -

Schwerpunkt der Demonstrationen war München, wo an zwei Orten insgesamt 30.000 Menschen auf die Straße gingen. Vom 7. bis zum 9. Februar waren rund 150 Politiker und Militärs zur "Münchener Konferenz für Sicherheitspolitik" gekommen. Zur der Kriegskonferenz lädt die Quandt-Stiftung jedes Jahr führende Vertreter von Militärmächten ein. Familie Quandt ist die Hauptanteilseignerin des BMW-Konzerns.
Mittags hatten sich in München zunächst 10.000 Menschen zur zentralen Kundgebung auf dem Odeonsplatz versammelt. Aufgerufen hatten unter anderem der Deutsche Gewerkschaftsbund, die beiden christlichen Kirchen und der Münchner SPD-Oberbürgermeister Christian Ude.
"München sagt heute: Ja zum Frieden nein zum Krieg", rief der katholische Weihbischof Siebler. Er forderte an Stelle eines Krieges mehr Entwicklungshilfe, um den Terror effektiv zu bekämpfen. Die evangelische Regionalbischöfin Breit-Keßler betonte, ein Krieg sei kein Medienereignis, sondern bedeute den Tod unzähliger Menschen.
Auf Transparenten kritisierten viele Demonstranten US-Verteidigungsminister Rumsfeld. "Rummy go home" und "Willkommen in Cuba", war dort zu lesen. Rumsfeld, der Deutschland in eine Reihe mit den Diktaturen Libyen und Kuba gestellt hatte, war der bekannteste Kriegstreiber auf der Münchner Konferenz. Das Tagungshotel hatte die Polizei weiträumig abgesperrt und Wasserwerfer davor gestellt.
Parallel zur Kundgebung am Odeonsplatz hatten das Münchner Friedensbündnis und Attac zu einer zweiten Kundgebung auf dem Marienplatz aufgerufen. Auch dort versammelten sich tausende Menschen. Dem anschließenden Demonstrationszug schlossen sich am Nachmittag über 20.000 an.
Als Hauptredner rief der Liedermacher Konstantin Wecker "die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr, die demnächst in den Awacs-Flugzeugen Dienst tun sollen", dazu auf, "den Kriegsdienst zu verweigern oder zu desertieren.". Dafür bekam er viel Beifall.
In Bremen protestierten ebenfalls 10.000 Menschen gegen einen Krieg im Irak. In Freiburg zogen über 4.000 Demonstranten gegen einen möglichen US-Krieg durch die Innenstadt. Sie forderten: "Kein Krieg gegen den Irak" und "Kein Blut für Öl". Es war die größte Friedensdemonstration seit dem letzten Angriff der USA auf Irak 1991. Aktivisten aus den Antikriegskomitees sorgten an der Spitze des Zuges mächtig für Stimmung.
Aufgerufen hatte auch hier ein breites Bündnis von Kirchen, Gewerkschaften und anderen unter der Schirmherrschaft des DGB aufgerufen. Auch Greenpeace und der
Personalrat der Universitätsklinik waren gekommen und auch die Grünen beteiligten sich an der Demonstration.
Auf der Abschlusskundgebung wurde unter anderem zum Schülerstreik am ersten Kriegstag aufgerufen. Viele Demonstranten kauften Bustickets zur deutschlandweiten Antikriegsdemonstration am 15. Februar in Berlin.
In Frankfurt versammelten sich 2.500 Menschen am Samstag zu einem ökumenischen Friedensgebet auf dem Römerberg. Der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau Steinacker forderte alle US-Amerikaner auf, dem Krieg nicht zuzustimmen. Auch in Bielefeld und Lüneburg gingen jeweils 1.000 Menschen gegen den Krieg auf die Straße.

Linksruck Nr. 147, 11. Februar 2003

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