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Opel: Ihr Streik war richtig

Der stellvertretende IG-Metall-Vorsitzende Huber vermutet „Managerfehler“ als Ursache für die Krise bei Opel, einer von 16 Marken von General Motors. In Wirklichkeit haben nicht nur die Manager versagt, sondern der Markt. Weltweit produzieren die Konzerne jährlich wesentlich mehr Autos, als gekauft werden.

Auf den wichtigsten Märkten in Europa und Nordamerika kann der Absatz seit Jahren nicht erhöht werden. In Deutschland sinkt die Zahl der Neuzulassungen seit vier Jahren. Schon vor fünf Jahren war die Automobilindustrie weltweit geringer ausgelastet als andere Industriezweige. Seit zwei Jahren liegt die Auslastung unter 80 Prozent.

Jeder Konzern versucht, seine Konkurrenz auf dem immer kleineren Markt mit immer kleineren Preisen auszustechen. General Motors gibt in den USA auf jedes Auto 5000 Euro Rabatt. In den letzten 15 Jahren haben ein Dutzend Autokonzerne den Preiskrieg nicht überlebt und wurden von anderen geschluckt.

Jeder Konzern versucht außerdem, die Produktionskosten zu drücken, indem er die Löhne kürzt. Deshalb erpresst General Motors derzeit die Arbeiter in Westdeutschland und Schweden mit den niedrigeren Löhnen im ostdeutschen Eisenach und vor allem im polnischen Gleiwitz. Neue Werke will der Konzern in China bauen, wo die Arbeiter noch weniger bekommen als in Polen.

DaimlerChrysler, Volkswagen und die übrigen Konkurrenten von General Motors versuchen jedoch ebenfalls, ihre Produktionskosten um 30 Prozent zu senken und spielen die Beschäftigten gegeneinander aus.

Kann der Konzern niedrigere Löhne und Stellenabbau in Deutschland durchsetzen, folgt die nächste Runde bei den Werken in Polen, USA, Argentinien, Brasilien, Indien oder anderswo. Nur wenn sich die Arbeiter von General Motors, Volkswagen und den anderen globalen Autokonzernen gemeinsam wehren, statt immer mehr Kürzungen hinzunehmen, können sie die Entwicklung zu immer mehr Entlassungen und niedrigeren Löhnen aufhalten.

Linksruck Nr. 187, 27. Oktober 2004

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