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„An den Herd verbannt“

Die Bundesagentur für Arbeit geht davon aus, dass 500.000 Empfänger von Arbeitslosenhilfe mit dem Inkrafttreten von Hartz IV jede staatliche Unterstützung verlieren werden. Diese Zahl liegt dem neuesten Haushaltsentwurf der Bundesagentur zugrunde. Laut Bundesagentur werden davon besonders Frauen betroffen sein.

Schon seit der Einführung von Hartz I und II Anfang 2003 steigt die Zahl derjenigen Frauen, die keinen Anspruch auf Leistungen der Arbeitsagentur mehr haben.

Andrea Kirchner ist eine von ihnen. Sie ist arbeitslose Druckerin. Ihr Lebenspartner verdient mehr als 1.300 Euro netto – und sein Einkommen wird von der Arbeitsagentur angerechnet. Andrea hat mit der Arbeitslosenhilfe auch den Anspruch auf eine Umschulung verloren. Damit ist sie finanziell von ihrem Partner abhängig.

Das Ziel, auf eigenen Füßen zu stehen, ist in weite Ferne gerückt. Die rot-grünen Versprechungen, Familie und Beruf miteinander vereinbar zu machen, auch. „Durch die neuen Reformen sieht’s einfach so aus, dass die Frauen jetzt erst recht an den Herd verbannt werden“, sagt Andrea gegenüber Monitor-Reportern. Sie hätte ihrer kleinen Tochter lieber „vorgelebt, dass Frauen emanzipiert sind und auch aktiv am Berufsleben teilnehmen können, wenn sie Kinder haben“.

Im vergangenen Jahr „wurden schon auf Grund der Anrechnung des Partnereinkommens ca. 110.000 Frauen rausgedrängt aus der Arbeitslosenhilfe“, berichtet Monica Kotte von der Bundesarbeitsgemeinschaft „Berufliche Perspektive für Frauen“. „Im nächsten Jahr schätzen wir, dass es 300.000 bis 360.000 Frauen sein werden durch die Neuerungen mit Hartz IV. Und das heißt, für diese Frauen stehen einfach keine Fortbildungen und Umschulungen mehr bereit.“ Im Jahr 2003 konnten noch knapp 218.000 Frauen eine berufliche Weiterbildung beginnen. Im letzten Jahr waren es aufgrund der Hartz-Reform nur noch halb so viele.

von Frank Eßers (E-Mail)

Linksruck Nr. 188, 10. November 2004

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