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Einwurf: Schröder wird Wahlmeister

Die Fußballfans in Deutschland freuen sich schon heute auf die Weltmeisterschaft in zwei Jahren. Aber einer freut sich ganz besonders.

Denn Gerhard Schröder quält seit Monaten die Frage, wie ein Kanzler, der den Sozialstaat in Stücke schlägt und so beliebt ist wie Fußpilz, 2006 trotzdem zum dritten Mal gewählt werden könnte. Doch weil Schröder zwar um gute Politik immer, um hirnlose Propaganda aber nie verlegen ist, hat er die Weltmeisterschaft als perfekte Werbemaschine für seinen Wahlkampf entdeckt.

„FC Deutschland 06“ heißt die Kampagne, die Schröder am 2. November mit zwei Dutzend Konzernbossen von Obi bis Audi gegründet hat. 10 Millionen Euro Steuergelder werden aus dem Fenster geworfen. Mindestens 20 Millionen soll nach Schröders Wunsch die Wirtschaft zahlen, damit jedem per Großplakat, Zeitungsanzeige, Kino- und Fernsehspot die inhaltsleere Kampfparole der Regierung um die Ohren gehauen wird: „Deutschland, da geht was“.

Genaueres wird demnächst Schröders Lieblingswerbeagentur „Zum goldenen Hirschen“ erarbeiten. Sie hat der Regierung schon beim Lügen Verbreiten über Hartz IV, Gesundheitsreform und Fischer („Außen Minister, innen grün“) treue Dienste erwiesen.

Für die Werbefilme wurde Regisseur Wortmann („Das Wunder von Bern“) verpflichtet. „Schluss mit Verzagtheit, Selbstzweifel und Zukunftsangst. Wir können was. Wir sind wer“; spricht eine wohlklingende Stimme in einem seiner Spots auf uns ein.

Getreu der Schröder-Kampagne erklärt der Regisseur schon heute, dass alles gar nicht so schlimm und der Reichtum in Deutschland „relativ gerecht verteilt“ sei. „Nur leider ist die Stimmung ziemlich mies.“

Dass manchem die gute Laune vielleicht verhagelt wird, weil er dank Schröder von 345 Euro Arbeitslosengeld II leben muss, während sich die beiden Aldi-Gründer Karl und Theo Albrecht 30 Milliarden „teilen“ dürfen, ist Wortmann noch nicht in den Sinn gekommen.

Der Regisseur will seinen Werbefeldzug für Rot-Grün dementsprechend mit viel Humor und Lebensfreude ausstatten, um „mitzuhelfen, ein Wirtschaftswunder zu schaffen“.

Na klar, wir alle müssen „unser“ Deutschland toll finden, Hymne singen und die Fußballer kräftig anfeuern. Dann wird die Weltwirtschaft wieder ordentlich brummen. Die Konzerne entlassen nicht mehr zehntausende sondern stellen ein und geben uns ordentliche Lohnerhöhungen, damit wir morgen wieder kräftig einkaufen können.

Erste Plakate mit dem Reichstag mit Fußballkuppel und der Aufschrift „Exportweltmeister“ sind schon entworfen. Hoffentlich glauben die Nationalspieler nicht, dass sie genauso gut sind wie Schröders Politik. Sonst wird die Mannschaft 2006 mal wieder kläglich in der Vorrunde die Segel streichen.

von Hans Krause

Linksruck Nr. 189, 24. November 2004

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(1991 mal gelesen)

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