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Irak-Konferenz: Recht auf Widerstand

Internationale Irak-Konferenz über Besatzung, Widerstand und internationale Solidarität. Die Konferenz wird am 12./13. März in Berlin stattfinden. Mehr Infos
Joachim, die Bewegung gegen den US-Krieg im Irak hat 2003 ihren Höhepunkt erreicht. Warum gibt es jetzt eine Konferenz über den Krieg?

Mit Beginn der Besatzung sank das Engagement der Antikriegsbewegung gegen diesen Krieg und dessen Folge, die Besatzung. Ein Grund ist, dass die meisten Medien die Besatzung schönreden. Außerdem schreckt viele Kriegsgegner die Gewalttätigkeit des Widerstands im Irak ab, dem neben US-Truppen auch Zivilisten zum Opfer fallen, und der den Medien zufolge von „Gotteskriegern“ und „Saddam-Anhängern“ dominiert wird.
Doch ist für die terroristische Gewalt die gesamte Widerstandsbewegung verantwortlich? Wer kämpft da eigentlich und mit welchem Ziel? Das sind einige der Fragen, um die es auf der Konferenz gehen soll.


Der Berliner Innensenator Körting behauptet, die Konferenz werde von Islamisten und Anhängern des früheren irakischen Diktators Hussein vorbereitet.

Das ist ein erster Versuch, die Konferenz zu diskreditieren. In Wirklichkeit beteiligen sich Leute aus verschiedenen linken Gruppen, der PDS, Teilen der Friedensbewegung und eine Arbeitsgruppe des globalisierungskritischen Netzwerks Attac.


Was verbindet die verschiedenen Gruppen?

Wir alle lehnen die Besatzung ab. Wir fordern, dass die USA ihre Armee zurückzieht und wir erkennen das Recht der Iraker an, Widerstand gegen Besatzung und Fremdherrschaft zu leisten. Durchaus unterschiedliche Meinungen gibt es über Ziele und Mittel des Widerstands.


Welche Rolle spielt der Islamismus auf der Konferenz?

Das ist ein wichtiges Thema, weil mit diesem Begriff versucht wird, Widerstand zu diskreditieren und die Besatzung zu rechtfertigen. Unter dem neue Feindbild, das den Kommunismus abgelöst hat, vereinigen Leute wie Körting alle Bewegungen, die sich in irgendeiner Weise auf den Islam beziehen. Aber hier gibt es wie auch bei christlichen Bewegungen fortschrittliche, konservative und auch rechtsradikale Bewegungen.


Die Konferenz trägt auch die internationale Solidarität im Titel. Mit wem seid ihr solidarisch?

Es geht uns weniger um Solidarität mit irakischen Gruppen. Im Zentrum steht die Frage, wie wir von hier aus am vernünftigsten internationale Solidarität mit der irakischen Bevölkerung ausüben.
Darum laden wir möglichst viele Iraker ein. Wir wollen nicht nur als Europäer über den Irak reden, sondern wir bitten Menschen, aus ihrem Land zu berichten.
Wir möchten zum Beispiel einen Vertreter der „Irakischen Demokraten gegen die Besatzung einladen: Sami Ramadani. Das ist ein Hochschulprofessor aus London. Er ist Besatzungsgegner, ohne direkt parteiisch zu sein mit einem guten Einblick in die irakische politische Landschaft.


Was haben wir in Deutschland mit der Besatzung im Irak zu tun?

Wir richten unsere politische Hauptstoßrichtung gegen die deutsche Beteiligung, die ja eher größer wird. Deutschland bildet Hilfstruppen aus, und liefert Fuchs-Panzer und gepanzerte LKW. Außerdem leistet die deutsche Regierung politische Unterstützung. Sie hilft die Besatzung zu legitimieren, indem sie z.B. das aktuelle Wahltheater unterstützt.

Linksruck Nr. 191, 19. Januar 2005

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