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Sampler: „aufmucken gegen rechts“:

Mit Musik dagegenhalten

Auf „aufmucken gegen rechts“ sind außerdem Stücke von Jan Delay, Beginner, Die Fantastischen Vier, Seeed, und elf weiteren Bands. Wer mehr wissen möchte, findet Infos auf der Internetseite Mucke gegen rechts

Seit Januar läuft das Projekt „aufmucken gegen rechts“. 50.000 Sampler werden auf Schulhöfen verteilt, um gegen ähnliche Aktionen von Nazis anzukämpfen. Warum beteiligt ihr euch daran?

Thomas: Während des Wahlkampfes in Brandenburg im Spätsommer haben wir dort ein paar Konzerte gegeben. Als wir durch die Straßen gefahren sind, haben wir überall DVU-Plakate gesehen. Teilweise hingen die an denselben Laternen wie unsere Tournee-Plakate. Das hat uns schockiert.

Meint ihr, dass die Nazis nur im Osten stark sind?

Thomas: Nein. Auch bei den Wahlen in Schleswig-Holstein im Februar hat die NPD mehr Stimmen bekommen. Im Osten gibt es aber mehr soziale Probleme. Deswegen gibt es hier mehr Protestwähler. Ich glaube, die meisten haben die Nazis nicht wegen ihrer Politik gewählt.
Mathias: Jüngere vielleicht schon; erschreckend viele Jugendliche sind frustriert. Darauf bauen die Nazis auf.
In meinem Nachbardorf ist der Jugendklub eindeutig rechts. Der Staat unterstützt ihn auch noch mit Geld.

Warum setzen die Nazis auf Jugendkultur?

Matthias: Musik ist das Erste, was junge Menschen kickt. Als ich 14 oder 15 war, habe ich viel Punk gehört, weil das Musik ist, die dagegen ist. Es geht darum, anders zu sein. Das wissen die Nazis auch und nutzen das aus.

Kann man auf dieser Ebene den Nazis etwas entgegenhalten?

Thomas: Man kann das durchaus. Weil Musik eine Sprache der Jugendkultur ist, kann sie auch darauf aufmerksam machen, was schief läuft. Wenn man will, kann man mit Musik Menschen politisieren.

Wie kann Musik politisieren?

Thomas: Das fragen wir uns auch. Vielleicht erreicht Popmusik, die nicht offen politisch ist – zum Beispiel „Wir sind Helden“ – viel mehr Menschen als offen linke Bands. Bei denen besteht die Gefahr, dass sie nur eine Minderheit ansprechen, die sie gar nicht mehr überzeugen müssen.
Mathias: Vielleicht geht es weniger um die Stellungnahmen in den Stücken als um die Stellungnahme des Künstlers. Coldplay machen keine politische Musik. Aber der Sänger Chris Martin schreibt sich „Make trade fair“ auf die Hand. Jeder auf dem Konzert sieht, dass er für gerechten Handel weltweit ist.

Was soll die Politik gegen Nazis tun?

Mathias: In den Schulen muss Geschichte wichtiger genommen werden. Unsere Lehrer waren dankbar für „Schindlers Liste“. Ins Kino zu gehen ist aber zu wenig.

Das Gespräch führte Jan Maas.

Linksruck Nr. 195, 16. März 2005

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