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Kein Streik ohne die ausländischen Kollegen

Arbeiter aus Ost- und Westeuropa haben am 19. März in Brüssel gemeinsam gegen Sozialabbau und Rassismus demonstriert – im Bild: Gewerkschafter aus Deutschland und Rumänien

Besonders viele Bauerbeiter sind arbeitslos. Auf Baustellen arbeiten die meisten der illegal in Deutschland lebenden Arbeiter.

Lothar Näthebusch, Vorsitzender der Gewerkschaft IG BAU in Berlin, sieht keinen Zusammenhang zwischen Arbeitslosigkeit und Zuwanderung: „Die Kollegen sind arbeitslos, weil das Bauvolumen zurückgegangen ist. Dabei verkommt die Berliner Innenstadt. In vielen Straßen und Gehsteigen sind so tiefe Löcher im Belag, dass nicht nur ältere Menschen stolpern.
Bedarf ist genug da: Auch Schwimmbäder müssten saniert werden, Kindergärten gebaut, und so weiter. Aber die Regierung stellt dafür keine Mittel zur Verfügung.“

Die Unternehmer missbrauchen die Armut und Rechtlosigkeit illegaler Ausländer: „Früher galten 3 oder 4 Euro Stundenlohn als Extremwert. Jetzt hatte ich einen Fall mit 50 bis 80 Cent. Das ist Ausbeutung übelster Art“, so Eberhard Haake, Chef der Einheit „Finanzkontrolle Schwarzarbeit“ des Zolls: „Die Illegalen sind ihren Arbeitgebern ausgeliefert. Oft müssen sie 12, 14, 16 Stunden am Stück arbeiten.
Wer nicht spurt, wird verpfiffen, kriegt Prügel oder muss einfach gehen. So werden Schwarzarbeiter, auch das nimmt zu, noch um ihren geringen Lohn gebracht.“

Gleichzeitig versuchen die Bosse, die „Legalen“ mit den Hungerlöhnen der „Illegalen“ zu erpressen. Diese Spirale nach unten wollten die Bauarbeiter 2002 aufhalten, als die IG BAU erfolgreich für einen Mindestlohn gekämpft hat. Damals haben Deutsche auch zusammen mit illegalen Ausländern gekämpft.

„Zuletzt hatten auf 2837 Baustellen über 32.000 Bauarbeiter gestreikt. Mit dabei: Viele ausländische Kollegen. Ohne ihr solidarisches Verhalten wäre es schwieriger gewesen, Druck auf die Unternehmen auszuüben”, so der Bericht der IG BAU.

Der Erfolg war möglich, weil die Gewerkschaft Broschüren in zwölf Sprachen verteilt, auch die ausländischen Kollegen mobilisiert, und gegen rassistische Vorurteile unter den Kollegen argumentiert hatte.

Linksruck Nr. 196, 30. März 2005

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