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Irak: Die Zukunft gehört dem Widerstand

Standpunkt: Schröder hilft Besatzern

Obwohl Kanzler Schröder den US-Krieg 2003 ablehnte, erlaubt er den USA jetzt, 80 Prozent des Nachschubs für die Besatzungstruppen über Deutschland in den Irak zu bringen. Außerdem bildet die deutsche Armee irakische Soldaten aus, die an der Seite der US-Besatzer die Menschen unterdrücken.

Die deutsche Regierung hat der irakischen Armee 100 Militärlastwagen geschenkt. Einige der US-Soldaten, die im Gefängnis Abu Ghureib Iraker gefoltert haben, waren vorher in Wiesbaden stationiert.

Was du tun kannst

  • Verbreite die Erklärung der Kairo-Konferenz. Sie fordert Solidarität mit dem Widerstand der Iraker gegen die US-Besatzung und ruft dazu auf, dass Antikriegsbewegung und globalisierungskritische Bewegung enger zusammenarbeiten, und dass die amerikanischen, europäischen und arabischen Bewegungen sich nicht spalten lassen. Die Erklärung kannst du bei uns per E-Mail bestellen: redaktion@linksruck.de
  • Sammle Unterschriften für die Forderung: „Stoppt die Eskalation! Keine Unterstützung der Besatzer durch die deutsche Regierung“. Unterschriftenlisten findest du auf der Internetseite www.irakkonferenz.de
  • Beteilige dich an Protesten gegen den G8-Gipfel. Vom 6. bis 8. Juli treffen sich die mächtigsten Staatschefs der Welt in Gleneagles in Großbritannien, darunter US-Präsident Bush und Schröder. Aktionen werden auch in Deutschland zwischen dem 2. und 6. Juli stattfinden.
  • Komm zum Sozialforum in Deutschland vom 21. bis 24. Juli in Erfurt. Die Teilnehmer werden unter anderem über die US-Besatzung des Irak und deren Unterstützung durch die deutsche Regierung sprechen
  • Im Sommer sind in Deutschland Informationsveranstaltungen mit Vertretern der irakischen Ölarbeitergewerkschaft geplant. Für mehr Infos, schreibe eine E-Mail an: joachim.guilliard@t-online.de oder philbutland@yahoo.com
  • Auf der Kairo-Konferenz konnten Gegner der Besatzung aus der ganzen Welt mit Irakern sprechen, die die US-Armee bekämpfen. Medien und Politiker behaupten, nur einige Terroristen leisteten Widerstand. In Wirklichkeit lehnen die meisten Iraker die Fremdherrschaft ab.

    Scheich Hassan Al-Sarkani spricht für den schiitischen Geistlichen Muktada al-Sadr: „Die Lage unter der Besatzung ist schwierig. Menschenrechte sind überall bedroht. Tod oder schwere Verletzungen sind eine andauernde Gefahr für unschuldige Menschen – Kinder und Alte, Männer und Frauen.
    Millionen sind arbeitslos. Es gibt keine Sicherheit. Öffentliche Dienste gibt es nicht mehr. Strom ist ein Traum. Gesundheit ist ein Märchen.“

    Al-Sadrs Bewegung hat im April letzten Jahres einen Aufstand gegen die Besatzung begonnen. Die US-Herrscher suchen Scheich Al-Sarkani mit Haftbefehl. Deshalb floh er in den Libanon.
    „Wir haben ein Sprichwort: ‚Es gibt keinen Weg außer Gottes Weg.’ Aber wir müssen die Besatzung beenden, in all ihren Formen, selbst wenn sie eine ‚friedliche’ Besatzung werden sollte.
    Es gab einige Iraker, die während der Invasion den Parolen der US-Besatzer von Freiheit und Demokratie auf den Leim gegangen sind und die Diktator Husseins Regime loswerden wollten. Daher begrüßten sie die Invasion. Heute ist klar, dass die Besatzung schlimmer ist als Husseins Unterdrückung.
    Wir haben sie abgelehnt. Warum also sollten wir mit einer Besatzung einverstanden sein, die noch schlimmer für die Iraker ist?“

    Auch Scheich Madschid Al-Gaud unterstützt den Widerstand gegen die US-Besatzer. Er ist stellvertretender Generalsekretär der Irakischen Front der Intellektuellen. Diese Gruppe hat am 13. November 2003 große Demonstrationen für das Ende der Besatzung von Ramadi nach Bagdad organisiert.
    „Ich denke, die Zukunft gehört dem Widerstand. Dieser Widerstand ist Teil dessen, was die zukünftige irakische Regierung sein wird – die den Irakern Hoffnung und Sicherheit geben wird.
    Wir hören viel über Probleme zwischen sunnitischen und schiitischen Muslimen. Aber das sind Lügen. Die Iraker gehörten schon immer verschiedenen Religionen und Volksgruppen an. Wir haben keine Probleme mit unseren Brüdern.
    Schiiten und Sunniten leben zusamen. Wir haben auch kein Problem mit Kurden, Christen oder Turkmenen. Es gibt nur einen Unterschied zwischen den einfachen Schiiten und den ausgewanderten, die mit den US-Panzern zurückgekommen sind
    (Gemeint sind die Unterstützer der Besatzung um den früheren Ministerpräsidenten Allawi, die Redaktion).
    Über die Zerstörung von Falludscha durch die US-Armee waren die Iraker traurig. Kinder, Frauen und alte Menschen wurden ermordet.
    Tausende Häuser wurden dem Erdboden gleich gemacht und viele andere zum Teil zerstört. Bis zu 80 Prozent der Stadt wurde zerstört.
    Dazu kommt die Verseuchung. Die USA haben verschiedene verbotene Waffen, beispielsweise Giftgas, eingesetzt.
    Wir sind nicht gegen die Amerikaner oder die Briten oder irgendein anderes Volk. Diese Menschen sind auf die Straße gegangen, haben demonstriert und wir achten sie dafür.
    Wir haben jede Achtung für Menschen, die die Welt und ihre freien Menschen verteidigen. Diese Menschen wollen wir ermutigen: Wir sind für euch, nicht gegen euch.
    Wir protestieren gegen die Verbrechen, die im Irak geschehen sind, wie die Geiselnahme von Journalisten. So etwas verzerrt das Bild des Irak und seiner Hauptstadt Bagdad, die auch ‚Dar-Al-Salam’ genannt wird: Das Haus des Friedens.“

    Regina Sternal steht als Sprecherin für Veranstaltungen über die Kairo-Konferenz und die internationale Antikriegsbewegung zur Verfügung. Für Anfragen, schreibe eine E-Mail an redaktion@linksruck.de

    Linksruck Nr. 197, 13. April 2005

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