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Abrechnung - Der Linksruck-Wirtschaftsweise:

Jeden Tag sechs Richtige

Politiker und Wirtschaftswissenschaftler behaupten, Benzin sei teuer, weil die Nachfrage nach Öl in China und den USA gestiegen sei. Außerdem seien das Scheitern der EU-Verhandlungen mit Iran, die politische Lage in Venezuela oder die Aufständischen in Irak schuld am hohen Ölpreis.

In Wirklichkeit bestimmen ihn mächtige Konzerne und Politiker zu ihren Gunsten. Der weltweite Markt für Öl und Gas wird von wenigen Unternehmen beherrscht. An der Spitze stehen die „Großen Fünf“: ExxonMobil, Shell, BP, Chevron und Total. Sie sind aus milliardenschweren Zusammenschlüssen von Firmen seit 1999 hervorgegangen.

Da diese Konzerne die Ölwirtschaft von der Förderung über die Raffinerien, den Handel an den Börsen bis zu den Tankstellen kontrollieren, verdienen sie an jedem Preisanstieg. „Das ist wie Lotto spielen mit 49 Kreuzchen“, schreibt der Automobilclub von Deutschland.

Nach den Zusammenschlüssen bauten die Unternehmen Förder- und Raffinerieanlagen ab. So hielten sie das Angebot künstlich gering. Seitdem ist der Preis für ein Barrel (159 Liter) Rohöl von 14 Euro 2001 auf heute 66 Euro gestiegen.

Die Förderrechte für Ölquellen haben die Firmen meist vor einigen Jahren für 8 bis 20 Euro pro Barrel von Regierungen gekauft. Jetzt verlangen sie über 60 Euro pro Barrel und werden „von Geld überschwemmt“, wie die Washington Post schreibt.

Shell machte im ersten Halbjahr 8,1 Milliarden Gewinn. ExxonMobil strich von April bis Juni 6,2 Milliarden ein und ist mit 325 Milliarden der wertvollste Konzern der Welt.

Außer den Besitzern der Ölunternehmen profitieren auch die Diktatoren im Nahen Osten. Sie geben ihre zusätzlichen Ölgewinne für Gold, Luxusautos und neue Paläste und Wolkenkratzer aus, während die Bewohner ihrer Staaten unter Arbeitslosigkeit und Armut leiden. Außerdem verdient der deutsche Staat an den Steuern, die mit dem Benzinpreis steigen.

Die Ölwirtschaft funktioniert nicht nach den Regeln des freien Marktes. Einige Staaten und das Monopol der großen Konzerne bestimmen das Angebot und damit den Preis des Öls.

In Niger und anderen Ländern besitzen die Ölkonzerne Förderrechte, die sie nicht nutzen. Das Öl bleibt unter der Erde, um das Angebot zusätzlich zu verringern.

Die Konzerne kontrollieren weltweit den wichtigsten Rohstoff der Welt, ohne den keine Wirtschaft überleben kann. Deshalb unternehmen Politiker nichts gegen die Macht der Konzerne. Außerdem geben diese viele Ölmillionen aus, um Regierungen und Beamte zu bestechen.

Linksruck Nr. 206, 31. August 2005

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