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Italien: Arbeiter blockieren Kriegstransporte

Zwei Uhr Nachmittag, der Versammlungsraum der Hafenarbeiter von Livorno ist brechend voll. Eisenbahner, Arbeiter von Solvay und Piaggio, sie kommen von allen Unternehmen der Toskana. Die Leute aus Pisa und Livorno sprechen mit einer Stimme: "Keine Arbeit für den Krieg”
Roberto Piccine, Gewerkschaftsvertreter aus von Livorno: "Wenn die Amerikaner uns sagen, dass wir die Waffen verladen sollen, werden wir es nicht tun.”
Sein Vater ist 50 Jahre lang Hafenarbeiter in Livorno gewesen: "In der Geschichte des Hafens von Livorno waren die Streiks immer Vollstreiks, mit einer Beteiligung um die 100 Prozent”
Seit Wochen versucht die US-Armee, Kriegsmaterial von ihrem Stützpunkt Camp Darby nach Livorno zu transportieren und einzuschiffen. Immer wieder werden die Züge von blockaden behindert. Jetzt drohen die Hafenarbeiter mit Streik.
Es kursiert das Gerücht, dass amerikanisches Kriegsgerät in La Spezia verladen werden sollen. Das ist eine Hochburg der Gewerkschaft CISL von Savino Pezzotta. "Da müssen sie erst mal ankommen”
Widerstand verspricht auch der nationale Sekretär der CGIL, Guglielmo Epifani: "Die CGIL will ihren Beitrag gegen den Krieg leisten, für den Frieden und für die Rechte der Arbeiter”
Nicola Fratoianni, ist Sprecher der "Disobbedienti", die zivilen Ungehorsam organisieren: "Und wenn sie den Hafen zum Sperrgebiet erklären, werden wir weiter die Transporte ab Camp Darby blockieren”
Franco Lovascio von der Basisgewerkschaft SinCobas: "Wir brauchen auch Aktionen außerhalb des Hafens, öffentliche Veranstaltungen und Versammlungen von Studenten und Arbeitern”
Es ist 7.40 morgens, in der kleinen Station von Tombolo hält der Zug Pisa-Livorno. Kurz danach fährt er weiter, ohne daß jemand ein- oder ausgestiegen wäre. Dieser Halt war nicht vorgesehen. ... Logbucheintrag: "Halt für den Frieden” Initiative von Zugführern aus Livorno, die sich "Eisenbahner, die den Krieg ablehnen” (ferrovieri che ripudiano la guerra) genant haben. "Das ist eine spontane Initiative ohne gewerkschaftlichen Hintergrund” – sagt Zugführer Filippo. "Das waren mein Kollege Giuseppe und ich, wir hatten gerade den Bahnhof Pisa verlassen, der vollkommen von der Polizei belagert war. Wir haben jeden Kollegen, der gerade einen Zug führt, aufgefordert, diese einfache Geste zu machen, wenn sie an der Station auf ihrer Fahrt ankommen, die der größten amerikanischen Militärbasis außerhalb der USA am nächsten ist, wo, wie die Parlamentsabgeordneten versichert haben, Massenvernichtungswaffen wie Geschosse mit abgereichertem Uran lagern.”

Linksruck Nr. 149, 11. März 2003

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