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Das andere Afghanistan

Die afghanische Bevölkerung müsste nicht leiden. Schon die 60 Milliarden Euro, die die US-Regierung jährlich für die Besatzung des Irak ausgibt, würden reichen, um das zerstörte Land komplett wieder aufzubauen. Kinder könnten wieder in die Schule gehen, anstatt an Cholera und Typhus zu sterben Die zerbombten Bewässerungsanlagen könnten repariert und damit fruchtbares Ackerland gewonnen werden Eine neue Generation könnte aufwachsen, die dem Alptraum vom Krieg und Armut entflohen ist.

Doch die Regierungen der westlichen Länder, tun nichts, um das Leid zu beenden. Für sie ist Afghanistan nur ein Spielfeld in einem globalen Spiel um Macht, Öl und Profit. Die NATO-Mächte, Russland und China liefern sich ein Wettrennen um die Ölreserven am kaspischen Meer. Der Angriff auf Afghanistan ermöglichte es der USA, ihre Truppenpräsenz in der Region aufzustocken und so ihren Einfluss auf Kosten ihrer Konkurrenten auszuweiten. Der „Kampf gegen den Terror“ lieferte dafür nur den Vorwand.

Die Bundeswehr ist genau so wenig aus humanitären Gründen in Afghanistan eingerückt wie die US-Armee. Seit Jahren versuchen Politiker in Deutschland allein und im Rahmen der EU eine Militärmacht aufzubauen, die, wie die US-Armee auch, wirtschaftliche Interessen global durchsetzen kann.

Da nach den Erfahrungen des zweiten Weltkriegs die Mehrheit der Bevölkerung Krieg ablehnt, muss die Regierung die Militarisierung der deutschen Außenpolitik mit humanitären Argumenten verkaufen.

Doch die „Verteidigungspolitischen Richtlinien“ von 1992 sagen klar, worum es wirklich geht Sie zählen zu den Aufgaben der Bundeswehr die „Aufrechterhaltung des freien Welthandels und des ungehinderten Zugangs zu Märkten und Rohstoffen in aller Welt“ und die „Einflussnahme auf die internationalen Prozesse im Sinne unserer Interessen und gegründet auf unsere Wirtschaftskraft“. Diese Richtlinien bestimmen die deutsche Militärpolitik bis heute – auch in Afghanistan.

Die Bundeswehr sollte aus Afghanistan abziehen. Denn die Hoffnung für die Menschen in Afghanistan liegt nicht bei den Regierungen, die die Region seit der Kolonialzeit verwüsten. Sondern bei der weltweiten Bewegung, die unter dem Slogan „Eine Welt ist möglich“ angetreten ist. Hunderttausende haben in den letzten Jahren protestiert – gegen Krieg und für eine Welt, in der Menschen wichtiger sind als Profite. Für so eine Welt, in der die Zukunft der afghanischen Kinder wichtiger ist als ein Krieg für Profite, sollten wir kämpfen.

Linksruck Nr. 211, 23. November 2005

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