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Der Terror kommt aus Israel

Israelische Kampfflugzeuge haben diesen Bombenkrater in der libanesischen Hauptstadt Beirut verursacht. Die israelische Armee sich erst 2000 nach 22 Jahren Besatzung aus dem Südlibanon zurückgezogen. Jetzt sehen sich die Menschen im Libanon erneut von Israel bedroht

Große Geschäftsstraßen, die noch vor einigen Tagen von tausenden Menschen gefüllt wurden, sind leer. Niemand wagt sich aus dem Haus. Denn die Bomber kommen jeden Tag wieder, reißen riesige Krater in die Straßen und verwandeln mehrstöckige Wohnhäuser in ausgebrannte Ruinen.

In den Häusern hätten Hisbollah-Führer gewohnt, behauptet die israelische Armee. Niemand weiß, ob das stimmt. Doch die toten Kinder und Frauen, die Helfer aus den Trümmern ziehen, kann jeder sehen. Mindestens 180 Libanesen hat die israelische Armee bis 17. Juli ermordet und jeden Tag werden es mehr.
Zehntausende Menschen fliehen vor den Bomben. Aber es ist schwierig, Libanon zu verlassen. Der einzige Flughafen ist zerstört, die Küste von israelischen Kriegsschiffen belagert und die einzige Autobahn nach Syrien wegen der Bombenkrater unbefahrbar. Viele Libanesen sitzen in der Falle.

Auch im palästinensischen Gaza-Streifen ermordet die israelische Armee jeden Tag Menschen. Das einzige Kraftwerk wurde zerstört. Hunderttausende Palästinenser haben dadurch weder Strom noch Wasser.

Der Rabbi der Beyt Tikkun-Synagoge in San Francisco verurteilt die Bombardierungen als „Massenbestrafung von Millionen Menschen für die Taten einiger weniger“. Angeblich führt Israel Krieg, um entführte Soldaten im Gaza-Streifen und in Libanon zu befreien. Außerdem soll das Abfeuern von Raketen auf Israel gestoppt werden.

Doch die Soldaten hat niemand gefunden und die Hisbollah hat seit den israelischen Angriffen hunderte Raketen abgeschossen. Auch mindestens 24 Israelis sind dadurch getötet worden.

Der israelische Politikwissenschaftler Alex Fishman bestätigte, dass sich die israelische Armee seit Monaten auf den Krieg im Gaza-Streifen und die Entführung palästinensischer Minister vorbereitet hat. Schon seit Januar, als Hamas die palästinensischen Wahlen gewann, hat die israelische Armee immer wieder Palästinenser ermordet, um irgendwann eine Reaktion zu provozieren, die sie als Vorwand für den jetzigen Krieg missbrauchen konnte.

Seit dem 6-Tage-Krieg 1967 pfercht Israel die Palästinenser im Gaza-Streifen und im Westjordanland zusammen, wo es fast keine Arbeitsplätze gibt. Allein seit 2000 hat Israel in diesen besetzten Gebieten 4000 Häuser von Palästinensern zerstört und mehrere 100 Hektar Agrarland von Palästinensern umgepflügt. Viele Bewohner des Gaza-Streifens können sich nur eine Mahlzeit am Tag leisten.

Endgültig zur Katastrophe wurde das Leben der Palästinenser ab Januar, als die israelische Regierung die vertraglich festgelegten Zahlungen an die palästinensische „Autonomiebehörde“ abbrach. Dieses Geld bestand aus den Steuerzahlungen der Palästinenser und den Zolleinnahmen an den Grenzen der besetzten Gebiete. Gleichzeitig haben EU und USA jede Hilfe beendet, seit Hamas die Wahlen gewonnen hat.

Trotzdem hielt Hamas ihren 2004 begonnenen, einseitigen Waffenstillstand weiter ein. Im Juni erklärte sich die Regierung auch bereit, einen palästinensischen Staat auf die besetzten Gebiete zu beschränken, womit der Staat Israel praktisch anerkannt wurde. Doch Israel hungert die Palästinenser weiter aus.

Spätestens als die Zahlungen beendet wurden, hatten die Palästinensern keine andere Wahl, als sich mit ihren geringen militärischen Möglichkeiten dagegen zu wehren. „Belagerte besetzte Menschen mit nichts, worauf sie hoffen können, und ohne weitere Mittel für einen politischen Kampf, werden immer Wege suchen, ihren Unterdrücker zu bekämpfen. Die eingeschlossenen Palästinenser fanden einen Weg, das Leben der Israelis zu stören, in dem sie selbst gebastelte Raketen über die Mauer des Gaza-Streifens gegen israelische Städte feuerten“, schrieb die israelische Autorin und Friedensaktivistin Tanya Reinhart.

Schließlich entführten Palästinenser am 25. Juni einen israelischen Soldaten, um politische Gefangene freizupressen. Darauf hatte die israelische Regierung nur gewartet.

Es ist lächerlich, wenn die deutsche Kanzlerin Merkel, US-Präsident Bush und die anderen G8-Regierungen erklären, dass „Israel sein Recht zur Selbstverteidigung ausübt“. Sie nennen die Widerstandskämpfer von Hamas und Hisbollah „Terroristen“. Doch die mörderischste Terrororganisation im Nahen Osten ist die israelische Regierung mit ihrer Armee.

Arik Diamant, Reservist der israelischen Armee und Vorsitzender der Kriegsdienstverweigerer-Organisation „Courage to Refuse“, sagt dazu: „Über 40 Jahre der Besatzung haben wir tausende Menschen entführt: Bedroht mit einem Gewehr, gnadenlos geschlagen, ohne Richter oder Geschworene, und ohne der Familie eine Nachricht über den Gefangenen zu überbringen. Wenn Palästinenser das machen, nennen wir es ‚Terror’. Wenn wir es tun, machen wir Überstunden, um die Gräuel weiß zu waschen.“

Arik spricht von den 9.600 Palästinensern, die Israel illegal gefangen hält. Ähnlich wie die Häftlinge im US-Gefängnis Guantanamo, wurden diese Palästinenser niemals angeklagt oder vor Gericht gestellt. Sie dürfen keinen Anwalt haben und weder mit Verwandten noch Journalisten sprechen.

Sie werden gefoltert, missbraucht und ermordet. 340 sind noch Kinder und 130 Frauen.

Israelische Friedensorganisationen fordern ein Ende der Bombardierungen und sofortige Verhandlungen mit Hamas und Hisbollah. Doch die israelische Regierung schert weder das Leben der entführten Soldaten, noch der anderen Opfer ihres Krieges. Sie will keinen Frieden mit den Palästinensern, sondern deren Demütigung und Unterwerfung: „Hamas hat sich auf den politischen Kampf gegen die Besatzung des Gaza-Streifens und Westjordanlands verpflichtet. Aus der Sicht Israels waren die palästinensischen Wahlen eine Katastrophe, weil sie es zum ersten Mal mit einer Führung zu tun hatten, die darauf bestand, die Interessen der Palästinenser zu vertreten statt nur die Forderungen Israels abzuarbeiten“, so Tanya Reinhart.

„Israels Vision ist, dass der Gaza-Streifen von Banden regiert wird, die mit den Gefängniswärtern kollaborieren. Die Palästinenser sollen ausgehungert, bombardiert, über Monate terrorisiert werden, bis sie verstehen, dass jedes sich Aufzubäumen vergeblich ist. Und sie sollen akzeptieren, dass sie einzig durch ein Leben in Gefangenschaft überleben werden.“

Jeder Mensch der so unterdrückt wird, hat das Recht, seine Besatzer zu bekämpfen, egal ob er Muslim ist, Jude oder Christ, egal ob er Palästinenser ist, Südafrikaner oder Venezolaner. Solange die israelische Armee die Palästinenser mit Waffen unterdrückt, haben die Palästinenser keine Wahl, als sich mit Waffen zu wehren. Denn mit Panzern und Kriegsflugzeugen kann man nicht diskutieren.

Hamas und Hisbollah sind Teil dieses rechtmäßigen palästinensischen Widerstands. Wer Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit im Nahen Osten will, muss den Widerstand der Palästinenser unterstützen.

Linksruck Nr. 221, 19. Juli 2006

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