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Film: Black Hawk Down:

Abgestürzte Massenmörder

Ein UN-Lastwagen voller Nahrung fährt nach Mogadischu. Hunderte hungernde Menschen versuchen, die Weizensäcke herunterzuziehen, doch plötzlich schießen Söldner des brutalen Kriegsherrn Aidid in die Menge und stehlen die Lieferung. Mit diesem Verbrechen begründet „Black Hawk Down“, dass die USA 1993 Soldaten in die somalische Hauptstadt geschickt hat, angeblich um Frieden zu schaffen.
Der Film zeichnet einen Angriff der US-Truppen auf Mogadischu nach, bei dem zwei Verbündete Aidids gefangen genommen werden sollen. Der Einsatz sollte nur 38 Minuten dauern – und endete nach 18-stündigem Kampf mit der größten Niederlage der US-Kriegsmaschine, seit sie in Vietnam besiegt wurde.
Regisseur Scott („Gladiator“) lässt seine Elite-Mörder in „Black Hawk“-Kriegshubschraubern im Feindesland absetzen. Doch nachdem wahllos einige Dutzend Somalier auf Lastwagen verfrachtet sind, wird eines der vermeintlich unbesiegbaren Luftschiffe angeschossen und muss notlanden. Black Hawk down.
Ab jetzt geht es nur noch darum, aus dem Chaos zu entkommen. Wie ein dunkler Haufen marodierender Zombies kommen immer mehr bewaffnete Schwarze aus den Gassen, laufen wie hirnlose Zielscheiben über die Leinwand oder lauern als unsichtbare Bedrohung hinter den Ruinen.
Warum die Somalier, von den US-Soldaten rassistisch „Skinnies“ (Abgemagerte) genannt, sich mit allen Mitteln gegen die Eindringlinge wehrten, verschweigt der Film. Der Regisseur behauptet gar: „In Somalia sind sie für eine gute Sache hineingegangen – nicht wegen Öl.“ In Wirklichkeit war der Krieg in Somalia nach dem Krieg 1991 gegen Irak ein weiterer Versuch der USA, alle Staaten in der Nähe des ölreichen Nahen Osten zu kontrollieren.
Schon vor dem fehlgeschlagenen Angriff auf Aidid hatte die US-Armee ein Treffen gemäßigter Clanführer beschossen, mindestens 54 Menschen ermordet und Hunderte verletzt. Später töteten die angeblichen Befreier über 100 unbewaffnete Menschen, weil die US-Soldaten nicht erkennen konnten, wer sie beschossen hatte. Als die US-Truppen Aidid bekämpfen wollten, hatten sie längst einen Krieg mit allen Somaliern begonnen, den sie nicht gewinnen konnten.
Doch für Scott gibt es nur einen Grund für den fehlgeschlagenen Einsatz – zu wenig Waffen. Denn im Film kündigt sich das Unheil an, als die Politiker keine Panzer zur Unterstützung schicken.
Auch ohne diese Mordmaschinen wurden an diesem Tag über 1.000 Somalier von US-Soldaten ermordet. Von ihnen verloren nur 18 ihr Leben, deren Namen Scott am Ende des Films mit militärischem Rang auflistet – jedoch keinen einzigen Somalier, schließlich haben sie gezeigt, dass selbst die größte Militärmacht der Welt zurückgeschlagen werden kann.

Linksruck Nr. 140, 22. Oktober 2002

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