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Die nicht so goldenen Zwanziger Jahre

- Weltwirtschaftkrise 1929-33 -

Der Weltwirtschaftskrise war ein Aufschwung vorausgegangen– die "Goldenen Zwanziger". Dieser Aufschwung wurde ähnlich gefeiert wie die "New Economy" in den `90er Jahren.
Technische Neuerungen wie Lastwagen, Telefon, Dieselmotor und Fließband revolutionierten die Produktion.
Mit diesen neuen Technologien produzierten Kapitalisten schneller und billiger als je zuvor. In immer größeren Fabriken wurden immer mehr Waren hergestellt.
Die Unternehmer machten gigantische Profite. Und in Erwartung immer neuer Profite investierten sie in immer neuere und größere Fabriken.
Jedes Unternehmen weitete seine Produktionskapazitäten maximal aus. Bald wurde viel mehr hergestellt, als gekauft werden konnte – im Boomjahr 1928 hätte in den USA in jeder Branche zwischen 25 Prozent und 75 Prozent mehr produziert werden können, als der Markt aufzunehmen in der Lage war.
So entstand eine Überproduktion – trotz aller viel gepriesenen neuen Technologien. Die Waren konnten nicht verkauft werden, die Preise fielen, und die Kapitalisten konnten ihre Maschinen nicht mehr voll auslasten.
Diese Entwicklung wurde jahrelang durch einen Aktienboom verdeckt. Als die Märkte übersättigt waren und mit Produktion kein Geld zu verdienen war, wanderte das Geld in die Spekulation – die Aktienkurse explodierten.
Als Clarence Hatry, ein Hersteller von Spielautomaten, im Herbst 1929 seine Pleite verkündete, platzte die Spekulationsblase. Schlagartig wurde den Aktionären klar, dass viele Firmen wie Hatrys zwar hohe Aktienkurse hatten, aber keinerlei Profit machten.
Panikartig verkauften sie ihre Aktien. Das Ergebnis war der "Schwarze Freitag" an der Wall Street am 29. Oktober 1929. Der Absturz der Kurse zog eine Welle von Bankenpleiten nach sich. In den USA gingen 5.000 regionale und vier große nationale Banken in Konkurs.
Über die Banken verbreitete sich die Krise auf die ganze Welt. Denn die US-Banken begannen, ihre an europäische Unternehmen verliehenen Gelder zurückzufordern, und brachten so ihre Schuldner in Zahlungsschwierigkeiten. Daraufhin brach die Krise auch in Europa voll aus – und entwickelte sich zur Weltwirtschaftskrise.

Linksruck Nr. 155, 3. Juni 2003

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