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Städtische Dienste

Kati Ziemer arbeitet als Gärtnerin an der Berliner Charite-Klinik.
Bei uns werden die Handwerker immer weniger. Bei uns gibt es nur noch ein paar Leute, die kaum noch alles bewirtschaften können. Stattdessen werden Fremdfirmen beauftragt, die nur einen Pflegeauftrag haben. Da bleibt schon mal das Laub liegen, der Rasen bleibt ungemäht, und Unkraut bleibt stehen. Wir hingegen sind direkt vor Ort und könnten das eigentlich schnell erledigen. Es hat Vorteile, wenn man Gärtner direkt im Haus hat. Und die Fremdfirmen zahlen meist keinen Tariflohn.
Es gibt Pläne, im Klinikbereich zu privatisieren. Das ginge zu Lasten der Patienten und des Pflegepersonals. Aber auch Ärzte, Handwerker und Reinigungskräfte wären betroffen. Das hieße, dass Betten abgebaut werden und Arbeitsplätze verloren gehen. Ich bin auch gewerkschaftlich aktiv, zum Beispiel als Mitglied im Bezirksvorstand von ver.di Berlin. Mein Standpunkt ist klar: Keine Privatisierungen.
Folge einer Privatisierung wäre, dass ein privater Betreiber Geld verdient. Dabei geht es nicht um das Wohlergehen von Patienten und Personal. Wo blieben dann die Normalpatienten? Das wäre ein Schritt in Richtung Zwei-Klassen-Medizin. Unser Krankenhaus muss eine öffentliche Einrichtung bleiben.
Die Finanzlage in Berlin ist schlecht, und auf uns alle kommen Sparmaßnahmen zu. Und warum? Weil der Senat zum Beispiel nach der Krise der Berliner Bankgesellschaft eine Bürgschaft für die Aktionäre übernommen hat. Verantwortliche gibt es einige, die Diepgens und Landowskys. Aber ausbaden müssen wir es.
Ich hoffe auf erfolgreiche Tarifverhandlungen. Unsere Mindestforderung liegt bei 3 Prozent mehr Lohn. Das ist gerade mal die Teuerungsrate, praktisch schon eine Nullrunde. Wichtig ist auch die Angleichung der Ostlöhne an die im Westen. Endlich gleicher Lohn für gleiche Arbeit. Der Flächentarifvertrag muss auch erhalten bleiben, wir dürfen keine Tarifflucht zulassen.
Es gibt Beschäftigte in Bereichen des Öffentlichen Dienstes, die gehen auch auf die Straße und sind kaum noch zu bremsen. Zum Beispiel die Kolleginnen und Kollegen von der Stadtreinigung. Die bräuchten nur die Kreuzungen in der Stadt zu blockieren, um Druck aufzubauen.
Wir müssen uns alle gegenseitig unterstützen und solidarisieren. Das können wir auch. Wir müssen nur aufwachen, aufstehen und losgehen - hier und jetzt.

Linksruck Nr. 141, 5. November 2002

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