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Schmutzige Geschäfte

"Sichere Jobs. Sicheres Geld." ist das Motto einer Anzeigenkampagne des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall in der Bild. Die Bosse spielen den Anwalt der Arbeiter. Die Wirklichkeit sieht anders aus: Siemens, der drittgrößte Konzern der Metall- und Elektrobranche feuert Mitarbeiter, um sie dann als billige Zeitarbeiter wieder anzuheuern. So Geschehen in München. Die betreffende Zeitarbeitsfirma KompTime ist eine 100prozentige Siemenstochter.
In Kamp-Lintford sind 700 Kollegen entlassen worden, um sie durch Leiharbeiter zu ersetzen. Diese erhalten für die ersten zwei Tage bei Siemens keinen Lohn. Die 90 Euro für die Arbeitskleidung müssen die Leiharbeiter aus eigener Tasche vorstrecken.
Die Nr. 2 der Metallbranche, Autoriese VW, hält gar nichts von Arbeiterrechten. VW-Boss Pischetsrieder kündigte letztes Jahr erst die Vernichtung von 4.000 Jobs in zwei brasilianischen Werken an. Als die dortigen Arbeiter sich wehrten, drohte er: "Wer streikt, wird entlassen".
Wie es um das soziale Gewissen der Manager bestellt ist, demonstrierte VW im letzten Juli: 8.000 Obdachlose, darunter 2.000 Kinder, errichteten auf einem seit 13 Jahren leer stehenden Grundstück des Konzerns im brasilianischen Sao Bernado Notunterkünfte. Reaktion der Bosse: Sie riefen die Polizei und ließen das Grundstück räumen. Bei ähnlichen Aktionen der brasilianischen Polizei richtete diese bereits mehrfach Massaker unter der armen Bevölkerung an. Zudem werfen brasilianische Kollegen VW vor, bewaffnete Schläger angeheuert zu haben, um das Verteilen von gewerkschaftlichen Flugblättern zu verhindern.
Mit Gewalt kann man nicht nur drohen, die Metallbosse verdienen auch daran. Zum Beispiel Deutschlands größter Metallbetrieb DaimlerChrysler. Der Konzern ist mit 33 Prozent am europäischen Rüstungsriesen EADS beteiligt. Die Kritischen AktionärInnen DaimlerChrysler klagen in ihrem Alternativen Geschäftsbericht 2002 an: "Die Liste dubioser Empfänger von Daimler/Eads-Waffen ist lang. Darunter befinden sich korrupte Militärs in Südafrika oder menschenrechtsverletzende Staaten wie die Türkei, Katar und Oman".
Die letzten beiden Länder sind Diktaturen im Nahen Osten. Demokratie scheint bei Daimler-Chef Schrempp nicht hoch im Kurs zu stehen. Die Kritischen AktionärInnen erklären: "Obwohl in Katar ein Emir ohne Verfassung herrscht, die Bildung und Arbeit politischer Parteien verhindert und demokratische Oppositionelle inhaftiert werden, hat das dortige Militär Exocet-, Magic und Micas-Raketeneerhalten".

von Frank Eßers (E-Mail)

Linksruck Nr. 170, 4. Februar 2004

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