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Weltklimagipfel in Bonn
Wie die Konzerne die Erderwärmung vorantreiben

Treibhaus Erde

Das Jahr 2000 war eines der wärmsten seit Beginn der Aufzeichnungen vor 140 Jahren.

Die Erderwärmung ist eine Folge des wachsenden Anteils an Kohlendioxid (CO2) in unserer Atmoshphäre. CO2 verhindert, dass die Erde Wärme an den Weltraum abgeben kann es fängt die Sonnenwärme ein, wie die Glaswände eines Treibhauses.

Das Verbrennen von fossilen Energieträgern, wie Öl, Kohle und Erdgas, ist für den größten Teil des CO2 verantwortlich. Über die Hälfte des Treibhauseffekts lässt sich auf Stromkraftwerke und den Kraftfahrzeugsverkehr zurückführen.

Die Anzeichen für das Vorhandensein des Treibhauseffektes sind mittlerweile überwältigend. Die zehn wärmsten Jahre seit Beginn der Klimaufzeichnungen lagen alle nach 1983, acht davon in den Neunziger Jahren. Das arktische Eis ist nach Angaben von UN-Forschern bereits um 10 bis 15 Prozent zurückgegangen.

Die Klimaerwärmung zieht auch extremere Temperaturunterschiede zwischen den Erdregionen nach sich. Stürme sind die Folge. Über dem Atlantik brauten sich in diesem Jahr fünfzehn Wirbelstürme zusammen, 50 Prozent mehr als im Durchschnitt.

Eine weitere Auswirkung ist Dürre. Im Iran gab es letzes Jahr die schlimmste Dürre seit 30 Jahren. Im Südwesten der USA und in Mexiko verursachte die Dürre im August die schlimmsten Waldbrände der letzten 50 Jahre.

Konzerne fackeln den Planeten ab

Die größte Verantwortung für die Klimaerwärmung tragen die Manager der Ölkonzerne.

Diese Unternehmen haben jahrelang große Anstrengungen unternommen, die Bedrohung durch die Erderwärmung zu leugnen und Politiker zu beeinflussen. Shell, BP, Texaco, General Motors und Daimler-Chrysler waren alle Mitglieder der fälschlich benannten Global Climate Coalition weltweite Klimakoalition.

In der Vorbereitungsphase der Kyoto-Konferenz spendete dieser Lobbyverein sowohl den US-amerikanischen Republikanern als auch den Demokraten 50 Millionen Dollar, um auf jeden Fall sicherzustellen, dass Klimaschutzmaßnahmen blockiert werden egal welche Partei im Weißen Haus sitzen würde.

Als der Lobbyverband öffentlich dafür angegriffen wurde, entschlossener gegen Klimaschutzmaßnahmen anzukämpfen als jeder andere, antwortete sein Sprecher John Grasser: "Wir betrachten das als Ehre."

Seit Kyoto machen sich mehr und mehr Menschen sorgen um das Weltklima. Das hat einige Firmen veranlasst sich ein grüneres Image zu geben. Viele Konzerne haben die Global Climate Coalition mittlerweile verlassen, darunter Daimler-Chrysler. Viele von ihnen sind stattdessen dem Business Environmental Leadership Council beigetreten, wie Boeing, BP, DuPont und Enron.

Derjenige Konzern, der sein neues Image am aggressivsten pflegt, ist der Ölkonzern BP. Der Boss von BP hat aus Versehen den wahren Hintergrund verraten: "Es geht darum die Verkaufszahlen hochzutreiben."

Tatsächlich ist BP kürzlich in der TOP 10 der Ölkonzerne auf Platz Eins gerutscht mit den höchsten Umsatz an Benzin. Derzeit versucht die Firma ihre Öl- und Erdgasförderung um 40 Prozent hochzutreiben. BP hat 7 Millionen Dollar für den Entwurf eines neuen Firmenlogos ausgegeben, und 100 Millionen zur Seite gelegt, um das neue Image zu pflegen.

Gleichzeitig gibt der Konzern zu, dass sie noch nicht einmal wüssten, wie viel sie für erneuerbare Energien ausgeben, weil die Ausgaben so klein seien, dass es keinen Sinn mache, sie extra aufzuführen.

Obwohl die Bevölkerung der USA nur 4 Prozent der Weltbevölkerung ausmacht, sind die Vereinigten Staaten für ein Viertel des weltweiten Kohlendioxidausstoßes verantwortlich. Auch auf der Weltklimakonferenz in Bonn vom 16. Bis 27. Juli in Bonn will Präsident Bush die US-amerikanischen Firmen nicht daran hindern, die Umwelt zu verschmutzen.

Auf dem Umweltgipfel in Rio de Janeiro 1992 versprach die US-Regierung ihren Kohlendioxidausstoß auf den Stand von 1990 zu reduzieren. Stattdessen haben US-amerikanische Firmen ihre Emissionen in dieser Dekade um 12 Prozent erhöht.

1997 versprach die Clinton-Regierung den Ausstoß um 7 Prozent unter das Niveau von 1990 zu senken. Das war zu viel für die Ölkonzerne und die Kraftfahrzeugindustrie.

Sie sind abhängig vom Verbrauch fossiler Brennstoffe, deshalb setzen sie Politiker unter Druck, nichts zu tun, was die Profite schmälern könnte.

Demzufolge sprach sich der amerikanische Senat 1997 ohne Gegenstimme dafür aus, keine Klimaschutzabkommen zu unterschreiben.

Die Politiker, die diesen Vorschlag machten, die Senatoren Byrd und Hagel, ließen sich von den Ölkonzernen dafür mit jeweils 150.000 Dollar beschenken. Insgesamt flossen 12 Millionen Dollar an die Clinton/Gore-Regierung.

Bush betreibt die Blockade des Kyoto-Protokolls noch offener. Im Mai wurden sogar Pläne seiner Regierung bekannt, 1.300 neue Stromkraftwerke zu bauen, hautpsächlich Kohlekraftwerke und Atommeiler.

Die EU behauptet, sie würde das Problem der Klimaerwärmung ernster nehmen als Bush. Aber auch die EU unternimmt nichts dagegen, dass ihre Kohlendioxidemissionen steigen.

Sie vereinbarte in Kyoto, dass die Emissionen ihrer Mitgliedsstaaten bis 2010 8 Prozent unter dem Niveau von 1990 liegen sollten. Eine Untersuchung des niederländischen Klimainstituts Ecofys und des deutschen Frauenhofer-Instituts fand jedoch heraus, dass der Kohlendioxidausstoß der EU-Mitgliedsländer um 8 Prozent steigen wird.

Der deutsche Bundeskanzler Schröder behauptet, Deutschland wolle seine Emissionen bis 2005 um ein Viertel senken. Tatsächlich ist der Ausstoß seit 1990 sogar schon um 15 Prozent zurückgegangen. Aber hinter diesem Rückgang steckt ausschließlich die Zerstörung der ostdeutschen Schwerindustrie.

Nachdem in Ostdeutschland nichts mehr kaputtzumachen war, stieg der Ausstoß letztes Jahr erstmals wieder an um 1 Prozent.

Linksruck Nr. 111, 27. Juni 2001

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