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Wohin die Castoren gehen...

Durch die Anlage in Sellafield ist ein gesamter Landstrich radioaktiv verseucht worden. In Dumfrey, dem Landstrich in dem sich die Anlage Sellafield befindet, wurden Strahlungswerte gemessen, die zum Teil höher sind als in der Gegend um Tschernobyl. Doch anders als in Tschernobyl, wo in einem Umkreis von 30 Kilometern auch heute noch absolutes Sperrgebiet ist, leben und arbeiten in der unmittelbaren Umgebung der von Sellafield Menschen.

Sauerei
Betrieben wird die Wiederaufbereitungsanlage von der BNFL (British National Fuel Ltd.). Diesem Konzern ist es egal, daß dort täglich 9 Millionen Liter radioaktiv verseuchtes Kühlwasser in die irische See geleitet werden und dabei Meerestiere und Pflanzen radioaktiv verseuchen.
Hummer sind dort so hoch verstrahlt, daß sie den Wert 42fach(!) überschreiten, bei dem der deutsche Katastrophenschutz im Falle einer atomaren Katastrophe ein Nahrungsmittel-Notprogramm einleiten würde.
Und nicht nur das: Durch das Absondern von radioaktiver Luft ist der Weidelandboden um Sellafield so stark belastet, daß er nach deutschem Recht als Atommüll eingestuft werden müßte. Das gleiche gilt auch für das Flußbett eines nahe gelegenen Flusses.
1998 hat man in der Umgebung der Wiederaufbereitungsanlage radioaktiv verstrahlte Tauben gefunden. Sie müssen direkten Zugang zu radioaktiven Stoffen gehabt haben, die auf dem Fabrikgelände offen gelagert werden. Nach deutschem Atomrecht kann man diese Tauben als fliegenden Atommüll bezeichnen, der in einem atomaren Zwischen- oder Endlager entsorgt werden muß.
Doch statt endlich einzulenken, leugnen und vertuschen die Bosse und auch die englische Regierung die furchtbaren Folgen der radioaktiven Strahlung.
Dabei lassen sich die dreckigen Folgen der Wiederaufbereitung nicht mehr verheimlichen. Das zeigt das Schicksal der Menschen, die in der Umgebung von Sellafield leben. Dort ist die Leukämierate von Kindern um das Zehnfache höher, als in einer normalen Umgebung so werden durch das dreckige Geschäft der Wiederaufbereitung Menschen getötet.

Waffen
Die Wiederaufbereitung abgebrannter Brennelemente ist nicht nur teuer, sondern auch sinnlos. Denn bei der Erneuerung der Brennelemente fällt 20% mehr Müll an, als vorher da war.
Das dabei anfallende Plutonium ist hochgiftig, stark radioaktiv und kann für den Bau von Atomwaffen eingesetzt werden.
Allein bei der Wiederaufbereitung deutscher Brennelemente sind bisher 30 Tonnen Plutonium entstanden. Voraussichtlich 46 Tonnen Plutonium werden bei der Aufbereitung deutscher Brennelemente aus bisherigen Verträgen noch anfallen. Diese Menge ermöglicht den Bau von 7.600 Atombomben, von der jede einzelne die Zerstörungskraft der Hiroshima-Bombe hätte.
Das dreckige Geschäft der Wiederaufbereitung alter Brennelemente könnte schon längst der Vergangenheit angehören, wenn nicht Länder wie Deutschland immer neue Verträge mit Konzernen wie der BNFL abschließen würden.

von Merle Paulsen

Linksruck Nr. 83, 8. März 2000

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