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Warum die Konzerne unsere Umwelt zerstören

IWF und Weltbank

Neben den Konzernen haben auch internationale Institutionen wie der Internationale Währungsfond (IWF) und die Weltbank maßgeblichen Anteil an der Zerstörung der Umwelt.

Die Weltbank ist der größte öffentliche Förderer bei der Erschließung CO2-haltiger Brennstoffe in Entwicklungsländern. Seit dem Klimagipfel in Rio 1992 hat die Weltbank 14 Milliarden Dollar mit Krediten für Kohleminen, Ölfelder und mit fossilen Brennstoffen betriebene Kraftwerke ausgegeben – weitere vier Milliarden Dollar sind schon zugesagt.

Jeder Weltbank-Dollar zieht fünf bis sechs Dollar an privaten Investitionen hinter sich her. Neun von zehn Weltbank-Energieprojekten nützen mindestens einem Unternehmen aus den reichen G7-Staaten.

Diese Weltbankprojekte helfen der Bevölkerung nicht, sondern gefährden sie. In Nigeria führt die Regierung einen blutigen Krieg gegen die im Niger-Delta ansässigen Ogoni, damit Shell in Ruhe Öl fördern kann. Zehntausend Menschen starben bereits, das Niger-Delta ist großflächig verseucht.

Die Bilanz des IWF ist nicht besser. Der IWF ist mitverantwortlich für die Zerstörung des Regenwaldes. Beim IWF hochverschuldete Länder versuchen, über Edelholzexport und massive Freirodung von Anbauflächen für landwirtschaftliche Exportgüter das Geld für Zinszahlungen aufzubringen.

In Nicaragua ordnete der IWF den Ausbau des Forstsektors an, dessen Anteil am Bruttosozialprodukt von 1,5 Prozent 1994 auf 3,2 Prozent 1997 stieg. Die Folgen waren katastrophal: 1998 wurden durch den Hurrican Mitch 6.000 Menschen unter Schlammlawinen begraben – die Landmassen fanden in den entwaldeten Gebieten keinen Halt mehr.

Globale Erderwärmung, Treibhauseffekt – diese Worte sind seit zehn Jahren in aller Munde. In den letzten zwei Jahrhunderten hat sich die Erde um durchschnittlich 1°Celsius erwärmt. In den letzten zehn Jahren wurden nahezu alle Temperaturrekorde gebrochen.

Zum Beispiel 1998: Sechs der ersten acht Monate dieses Jahres waren die heißesten, die je aufgezeichnet wurden. Der Juli 1998 war der heißeste Monat jemals.

Katastrophen

Die Folgen sind eine Häufung von Sturm- und Flutkatastrophen. Die Schadenssumme durch extreme Wettersituationen war in den ersten zehn Monaten 1998 größer als in den gesamten 80’ern. 25 Millionen Menschen wurden durch Umweltkatastrophen zu Flüchtlingen – erstmalig gab es mehr Umwelt- als Kriegsflüchtlinge.

Die Ursache ist längst bekannt – der massenweise Ausstoß des "Treibhausgases" CO2, welches bei der Verbrennung von fossilen Brennstoffen wie Öl, Kohle oder Gas freigesetzt wird.

Zwei Klimaschutzkonferenzen, 1992 in Rio und 1997 in Kyoto, haben mit gewaltiger Publicity eine Reduzierung des CO2-Ausstoßes angekündigt – das Ergebnis war erbärmlich. Eine 60prozentige Reduzierung des CO2-Austoßes bis zur Jahrtausendwende wurde in Rio anvisiert – tatsächlich hat sich der CO2-Ausstoß der USA seit Rio um 14 Prozent erhöht.

Das ist kein Betriebsunfall, sondern direktes Ergebnis des Profitstrebens und der Einflußnahme der multinationalen Energiekonzerne.

Profite

Energiekonzerne wie Shell, BP und Exxon gehören zu den mächtigsten Unternehmen überhaupt. Ihre Profite beziehen sie zu allergrößten Teilen aus der Erschließung, Förderung und Verarbeitung von fossilen Brennstoffen. BP investiert jedes Jahr acht Milliarden Dollar in Ölbohrung und -förderung. Die Imagekampagne mit der Sonne als neuem Firmenlogo ist ein schlechter Witz - BP gibt mit jährlich sieben Millionen Dollar mehr Geld für die eigene Imagekampagne als für erneuerbare Energien aus! Laut BP’s eigenen Angaben ist "Solarenergie ein so kleiner Teil unseres Geschäfts, dass wir keine Zahlen dafür haben". Dafür plant BP eine mittelfristige Ausweitung der Ölgeschäfte um 40 Prozent.

Die Energiekonzerne sind untereinander in einen brutalen Konkurrenzkampf verstrickt, bei dem Verzicht auf Umweltstandards, geringer Arbeitsschutz und Senkung der Löhne die Maßnahmen sind, um die Konkurrenz aus dem Feld zu schlagen.

Einig sind sich die Konzerne jedoch in den Bemühungen, Klimaschutzabkommen zu sabotieren und so die Quelle ihrer Profite zu sichern. 1989 hat eine Gruppe aus Automobil- und Energiekonzernen, darunter Shell, Texaco und Ford, den Lobbyverband Global Climate Coalition (GCC) aus der Taufe gehoben. Aufgabe des Verbandes ist es, zu leugnen, dass es Erderwärmung gibt und dass CO2 etwas damit zu tun hat. Zwischen 1992 und 1998 hat die GCC in den USA 63,4 Millionen Dollar sowohl an die Demokraten als auch an die Republikaner fließen lassen, um sicherzustellen, dass die USA auf Konferenzen gegen jede Klimaregelung stimmen.

Das sind die Hindernisse im Kampf für eine saubere Umwelt – die globalen Konzerne und das irrsinnige System von Profit und Konkurrenz, das sie hervorgebracht hat.

Linksruck Nr. 96, 18. Oktober 2000

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