Willkommen bei
Anzeige
    

Neuer Kalter Krieg

Öl

Traditionell ist der Nahe Osten von besonderem Interesse für den Westen. Hier lagern etwa 40 Prozent der weltweiten Ölvorräte.
1980 sagte US-Präsident Carter: "Jeder Versuch einer auswärtigen Macht, die Kontrolle über die Golfregion zu erringen, wird als Angriff auf die vitalen Interessen der USA angesehen und mit allen, auch militärischen Mitteln, zurückgeschlagen."
Die zweitgrößten Ölvorräte liegen im zentralasiatischen Raum um das Kaspische Meer. Diese Region durch den Zusammenbruch der UdSSR für westliche Konzerne zugänglich geworden.
Afghanistan wird dadurch wichtig für den Westen, dass es an beide Regionen direkt angrenzt. Es böte die Möglichkeit einer Pipelineroute vom Kaspischen Meer zum Indischen Ozean und weiter nach Südostasien – eine Route unabhängig von den "Schurkenstaaten" Iran und China.
Im Rahmen der Militäraktion in Afghanistan haben die USA ihre militärische Zusammenarbeit mit dem Erdgasland Usbekistan und dem Ölland Aserbaidschan verstärkt und dort dauerhaft Truppen stationiert.

"Unausweichlicher Gegner", wie es einer der zentralen Planer der US-Außenpolitik, Henry Kissinger, diesen Sommer formuliert hat, ist China.

Paul Rogers, Politologe der Bradford Universität, beschrieb den Umgang der USA mit dem neuen "Hauptschurkenstaat" Anfang diesen Jahres: "Viele auf der Republikanischen Rechten glauben, die einzig wirkliche Bedrohung der US-Vorherrschaft kommt von China, wenn es sich zu einem wirtschaftlichen Riesen entwickelt.

Ein Weg, sein Wachstum zu behindern, ist es, es zu höheren Verteidigungsausgaben zu zwingen, und die Nationale Raketenabwehr (NMD) ist ein Weg das zu tun.

Rezession, IWF und Krieg

Die Weltwirtschaft erlebte in den letzten 30 Jahren ein deutlich verlangsamtes Wachstum, unterbrochen von einer Reihe von Rezessionen.
Die Industrieländer haben es nach jeder Krise geschafft, in eine neue Phase des Wachstums einzutreten.
Aber jedesmal ist ein Teil der Weltwirtschaft auf der Strecke geblieben: Afrika schon in den 70ern, Teile von Lateinamerika in den 80ern, der Ostblock Anfang der 90er und schließlich Südostasien und wieder Teile von Lateinamerika Ende der 90er Jahre.
Jedesmal haben die wirtschaftlichen Institutionen der Industriestaaten, Internationaler Währungsfonds (IWF) und Weltbank, in Zusammenarbeit mit einer kleinen Schicht von Privilegierten in den jeweiligen Ländern, die westlichen Investitionen und Profite zu retten.

Rebellion

Den Preis für die Krisen wälzten sie auf die Arbeiterinnen und Arbeiter und auf die Armen ab. In einer Reihe von Ländern gab es Bewegungen, sogar Rebellionen gegen diese Politik.
Die US-Regierung beschrieb das 1998 so: "Weitverbreitete Kommunikationsmittel werden die Ungleichheiten hinsichtlich von Ressourcen und Lebensqualität unterstreichen, und zu Unruhen in Entwicklungsländern beitragen." schreibt sie 1998. "Die Kluft zwischen den besitzenden und den nichts-besitzenden Nationen wird sich verbreitern und regionale Unruhen auslösen."
Aber der Westen sorgte mit Waffenlieferungen an Diktatoren und Autokraten, oder direkt durch militärische Intervention, für deren Niederschlagung.
Das ist die Neue Weltordnung der neoliberalen, globalisierten Wirtschaft – unterstützt durch die Faust der NATO.

Das mag ein gefährliches nukleares Wettrüsten auslösen, aber schließlich wurde der Gigant UdSSR erfolgreich ‚in ein frühes Grab gerüstet‘, und vielleicht kann die selbe Strategie auf China angewendet werden."

Verbündete

Solange die US-Wirtschaft in den 90er Jahren boomte und schneller wuchs, als der Rest der Welt, während gleichzeitig die europäischen Wirtschaften mehr oder weniger stagnierten, solange blieben diese Pläne Planspiele.

Aber seit letztem Jahr befindet sich die USA in einer Rezession. Der Druck der US-Konzerne auf ihren Staat, ihnen günstigere Rahmenbedingungen in aller Welt zu verschaffen wächst täglich.

Das schafft einen Rahmen, in dem auch die "Verbündeten" der USA, Europa und Japan, immer stärker zu Konkurrenten und Gegnern werden.

Ein von den USA angeheizter Rüstungswettlauf würde ihre Verbündeten zwingen, sich zu entscheiden, ob sie sich unter den Deckmantel des US-Militärs, und damit auch unter das Diktat der US-Politik, begeben wollen, oder ob sie sich verstärkt eigenständig, zum Beispiel in Zusammenarbeit mit Russland, an dem Wettrüsten beteiligen wollen.

Linksruck Nr. 119, 28. November 2001

Copyright © by Linksruck All Right Reserved.

(2150 mal gelesen)

[ Zurück ]
Artikel zum Thema
Imperialismus und Widerstand im 21. Jahrhundert

Mehr zu Imperialismus

Einstellungen
Druckbare Version  Druckbare Version

Artikel weiterempfehlen  Artikel weiterempfehlen

Web site powered by PHP-Nuke

All logos and trademarks in this site are property of their respective owner. The comments are property of their posters, all the rest © 2005 by Linksruck

Web site Engine's code is Copyright © 2002 by PHP-Nuke. All Rights Reserved. PHP-Nuke is Free Software released under the GNU/GPL license.