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Mosambik: Erfolgmodell des IWF?

Bilder von verheerenden Überschwemmungen gingen letzte Woche um die Welt. Jedem wurde deutlich, daß wir es mit einer neuen "humanitären Katastrophe" zu tun haben.

Man sah die Hilflosigkeit der Helfer, denen viel zuwenig technische Mittel zur Verfügung standen.

Jetzt breiten sich Krankheiten aus.

Dabei war dieses Unglück vorhersehbar und mehr Hilfe wäre möglich gewesen. Die englische Regierung stritt drei Tage lang, welches Ministerium die Kosten von 2 Millionen Pfund für eine Rettungsaktion übernehmen sollte, bis sie Hilfe nach Mosambik schickte. In einer Situation, wo Menschen seit Tagen ohne Essen und Trinkwasser auf ihren Dächern auf Hilfe warteten. In Deutschland das gleiche Bild – zu wenig und zu spät kam die Hilfe

Schulden

Mosambik gilt im Westen als ein Musterbeispiel für ein Entwicklungsland, daß sich durch die Hilfe des Internationalen Währungsfonds (IWF) langsam zu einem Industrieland entwickelt.

Eine sehr einseitige Betrachtung, denn das Eingreifen des IWF hat bewirkt, daß sich Mosambik zu einer kapitalistischen Zweiklassen-Gesellschaft entwickelt hat.

Während vorher niemand viel zum leben hatte, besitzt jetzt die Mehrheit nichts mehr, während ein kleine Minderheit den Reichtum hortet.

90% der Bevölkerung leben von weniger als zwei Mark am Tag. Nur 6% haben fließend Wasser. Die durchschnittliche Lebenserwartung in der armen Bevölkerung liegt bei 45 Jahren.

Mosambik ist bei den westlichen Staaten so verschuldet, daß die jährlichen Zinsen etwa drei mal so hoch sind, wie die staatlichen Ausgaben für das Gesundheitswesen.

In der ersten Woche der Flutkatastrophe mußte Mosambik 1 Million DM an den IWF zurück zahlen.

Interessen

Welches Interesse der IWF an dem Aufbau eines Entwicklungslandes wie Mosambik hat, wird an den Forderungen deutlich, die der Westen als Gegenleistung verlangt. 1995 drohte die US-Regierung, die finanzielle Hilfe für das Land einzustellen, sollte Mosambik ihnen nicht die Förderungsrechte für riesige Erdgasvorkommen im Süden des Landes überlassen.

Das zeigt, das der IWF kein Wohltätigkeitsverein ist, sondern eine Institution, mit der die reichen Länder ihre Profitinteressen bei den armen durchsetzen wollen.

Das Ausmaß des Elends wäre nicht so groß, würde der Westen dem Land endlich die Schulden erlassen.

Es ist kein Zufall, daß Umweltkatastrophen Länder in tiefstes Elend stürzen. Die Ursache ist der Kapitalismus als ein System, das nicht nach den Bedürfnissen der Menschen organisiert wird, sondern nach der Logik von Profitgier und Konkurrenz funktioniert. Im Kampf gegen seine Auswirkungen können wir den Grundstein für eine Welt legen, in der niemand wegen eines lächerlichen Hochwassers sterben muß.

von Christoph Timann

Linksruck Nr. 84, 22. März 2000

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