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Simbabwe: Politischer Generalstreik

Die Arbeiter in Simbabwe stehen vor einem dreitägigen Generalstreik, der kurz nach Drucklegung dieser Zeitung am 9. August beginnen wird.

Zu dem Streik ruft der Gewerkschaftsverband von Simbabwe auf.

Er wird auch von rechten Organisationen wie dem Zusammenschluß der weißen Großgrundbesitzer unterstützt.

Die offizielle Streikforderungen sind ein Ende der staatlichen Übergriffe und das Ende der Besetzung des Lands der Weißen.

Die Streikführer haben das konservative Argument geschluckt, daß Angriffe auf weiße Großgrundbesitzer das selbe sind, wie Angriffe auf Landarbeiter und die Arbeiter in den Städten.

Es ist ein großer Fehler, sich mit den rassistischen Großgrundbesitzern zu verbünden, die eine längst überfällige Landreform zugunsten landloser Schwarzer mit allen Mitteln bekämpfen.

Die Führung der Oppositionsgruppe Bewegung für demokratische Wandel (MDC), die bei den Parlamentswahlen im Juni fast die Regierung von Präsident Robert Mugabe geschlagen hätte, unterstützt auch den Streik.

Aber ihre Mitglieder unterstützen den Streik aus vielen verschiedenen Gründen.

Einige suchen ein stärkeres Bündnis mit den weißen Farmern und schwarzen Unternehmern. Andere wollen im Streik Arbeiterforderungen erheben.

Viele Arbeiter werden wegen der Angriffe auf die sozialen Standards streiken, nicht zur Verteidigung der Großgrundbesitzer.

Um unglaubliche 128 Prozent erhöhte die Regierung Ende Juli die Preise für Paraffin, das die Armen zum Heizen und Kochen benutzen.

Auch Studenten werden den Streik unterstützen. Sie haben in den letzten Wochen gegen die Privatisierung der Mensen und Schulkantinen demonstriert.

Munyaradzi Gwisai, Abgeordneter der MDC, sagte: "Die Bosse und die Farmer versuchen, die Wut vieler Arbeiter und der Stadtarmen für ihre Zwecke zu nutzen.

Sie wollen eine Konfrontation mit der Regierung und begrenzen die Kampfziele auf ein rechtes Programm.

Aber es gibt eine echte Möglichkeit über die Vorstellungen einer solchen Führung hinaus zu kommen. Einfache Arbeiter sind begeistert von der sich ihnen bietenden Chance, den Kampf gegen Mugabe zu führen.

Sozialisten sollten sich am Streik beteiligen, aber darin dafür kämpfen, daß es ein linker Streik wird keiner für die Interessen der Reichen."

Eine Tageszeitung aus Simbabwe fragte die Arbeiterin Sariudzai Chikoti, ob sie den Generalstreik unterstützt. Sie antwortete: "Die Brennstoffpreise sind gestiegen, so daß alles teurer wird. Das ist die Chance meine Unzufriedenheit zu zeigen."

Die Zeitung meinte, das sei aber nicht der Grund für den Streikaufruf. Sie antwortete: "Ich werde es trotzdem tun."

Ein MDC-Bezirksvorsitzender in Harare sagte: "Wir können nicht bis 2002 warten, daß Mugabe geht. Dieser Streik sollte bis zu seinem Rücktritt gehen."

Einige Mitglieder der MDC werden versuchen eine große Demonstration von streikenden Arbeitern für die Durchsetzung von sozialen Forderungen zu organisieren.

Linksruck Nr. 92, 9. August 2000

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