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Millau: Seattle in der Provinz

Widerstand hebt ab

Mit ihrem Streik Mitte Juni zeigten französische Fluglotsen, wie drohende Privatisierungen bekämpft werden können. Fast alle Flüge nach Frankreich oder über das Land hinweg fielen aus.

Die Aktion war der Anfang einer Kampagne gegen ein neues Luftfahrtgesetz der EU, das den Weg für Privatisierungen frei machen soll.

Bei einigen Fluglinien streikten auch Piloten und Flugzeugbesatzungen. Sie forderten kürzere und weniger flexible Arbeitszeiten. Gleichzeitig streikten bei verschiedenen Fluglinien alle Arbeiter gegen drohende Entlassungen.

In Italien streikten ebenfalls die Fluglotsen gegen Arbeitsplatzabbau.

In Griechenland bereitet sich das Bodenpersonal auf Arbeitsniederlegungen vor für bessere Bezahlung und gegen Privatisierung.

"Die Justiz muß endlich verstehen, daß selbst Gefängnis uns nicht davon abhalten wird unseren Kampf fortzuführen. Ganz im Gegenteil. Unser Kampf ist gut und gerecht. Das wurde auch heute wieder bewiesen." Das verkündete José Bové nachdem er wegen der Beschädigung einer McDonalds- Filiale, während einer Protestaktion zu zehn Monaten Haft verurteilt wurde.

Bové ist zum Helden einer Bewegung gegen die Globalisierung geworden. Am Tag vor dem Prozeß nahmen etwa 100.000 Menschen an einem Solidaritätskonzert teil. Am Tage des Prozesses selbst demonstrierten 45.000.

José Bové wandelte den Prozeß gegen ihn in eine Anklage gegen die Globalisierung um:

"Jospin und Chirac tragen die volle Verantwortung für alle Beschlüsse, die unter ihrer WTO-Präsidentschaft getroffen werden. Die 100.000 von Millau werden ihnen Kopfzerbrechen bereiten."

"Millau ist zur europäischen und weltweiten Hauptstadt des Widerstandes geworden. Ein symbolischer Ort, ein Ort der Diskussion um eine Strategie zu erarbeiten. Millau ist der Startpunkt. Von hier können wir unseren Kampf gegen die Globalisierung verstärkt aufnehmen."

"Es hat Seattle, Davos und Genf gegeben. Bei jeder dieser Gelegenheiten ist die weltweite Bürgerbewegung in Erscheinung getreten. Jetzt gab es Millau."

Ein Mitglied der Bauerngewerkschaft erklärte, wieso McDonalds zum Ziel wurde: "McDonalds ist in der Öffentlichkeit sehr bekannt. Für uns repräsentiert es die Uniformierung der Welt durch die Industrie- und Lebensmittelkonzerne"

Ein anderer Bauerngewerkschafter zu den Schäden an der McDonalds-Filiale: "Sagen wir, daß bei der symbolischen Demontage des McDonalds Kollateralschäden entstanden sind."

"Schaut man jetzt auf den heutigen Tag zurück, dann kann man sagen, daß Millau, Seattle sur Tarn, die Hauptstadt einer weltweiten Bürgerbewegung geworden ist.", so Bouvé am Ende des Aktionstages.

Linksruck Nr. 90, 5. Juli 2000

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