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Bomben auf Bagdad

Amerika und Großbritannien behaupten, die aggressive Verteidigung der Flugverbotszonen im Irak sei notwendig, um die dort lebenden Schiiten und Kurden vor Saddam Hussein zu schützen.

Der britische Außenminister Robert Cook beschwört den Anschlag Saddams auf Halabadscha im Jahr 1987: "Er hat chemische Waffen gegen die Kurden eingesetzt und in Halabadscha 5.000 Menschen getötet."

Als ob es Amerika und Großbritannien um den Schutz der Kurden ginge. Wie gehen sie denn mit kurdischen Flüchtlingen um?

Nur einen Tag nach dem Luftschlag strandeten 908 kurdische Flüchtlinge aus dem Irak an der französischen Küste. Weil die Grenzen Europas für sie dicht sind, mussten sie sich Schleppern anvertrauen. "Eine Woche haben wir hungrig im Dunkeln verbracht. Es war fürchterlich.", so ein Flüchtling. Das französische Innenministerium hat angekündigt, die Flüchtlinge wieder abzuschieben.

Leid

Die irakische Bevölkerung leidet. Aber vor allem unter den USA und seinen Verbündeten.

Im Golfkrieg 1991 kamen 300.000 Irakis ums Leben. Die verwendete Uran-Munition hat die Zahl der Krebskranken explodieren lassen, vor allem im Süden, wo die Schiiten leben. Dort sind die Krebsraten bis um das Sechsfache angestiegen.

Die nach dem Krieg verhängten wirtschaftlichen Sanktionen haben bis heute 500.000 Menschen ihr Leben gekostet. Die Opfer sind meist Kinder unter fünf Jahren.

Eigentlicher Grund des Angriffs ist Iraks Unterstützung der Palästinenser im Aufstand gegen Israel, den wichtigsten Verbündeten Amerikas im Nahen Osten.

Dieser Angriff wird den Nahen Osten erschüttern. In Bagdad demonstrierten am Sonntag Zehntausende und verbrannten amerikanische und israelische Flaggen darunter Palästinenser. Auch in den Palästinensergebieten gab es wütende Demonstrationen.

Am Montag begannen die USA und Israel gemeinsame Militärmanöver. Eine weitere provozierende Machtdemonstration.

Der amerikanische Präsident George W. Bush hat anhaltende Angriffe angekündigt. So lange der Irak bombardiert wird, sollten wir vor amerikanischen und britischen Botschaften protestieren.

Linksruck Nr. 104, 21. Februar 2001

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