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Palästina: Panzer terrorisieren Westjordanland

Sharon schickte Panzer in sechs palästinensische Städte im Westjordanland – Jenin, Ramallah, Tulkaram, Qalquilia, Nablus und Bethlehem, sowie in den Jerusalemer Vorort Beit Jala. Israel hat seit dem Anschlag auf Sharons Tourismusminister Zeevi über 28 Palästinenser ermordet.

Zeevi war überzeugter Rassist, dem seine Unterstützung für die israelische Politik der gezielte Ermordung palästinensischer Aktivisten zum Verhängnis wurde. "Es ist kein Mord, wenn wir uns potenzieller Terroristen entledigen," sagte er. "Jeder Eliminierte ist ein Terrorist weniger, den wir bekämpfen müssen."

Israel hat seit dem Beginn der neuen Intifada, oder Aufstand, vor einem Jahr über 30 Palästinenser auf diese Weise ermordet, die letzten beiden wenige Tage vor dem Anschlag auf Zeevi. Der Anschlag selber war eine Vergeltungsaktion für den Mord an dem Vorsitzenden der Volksfront für ein freies Palästina (PFLP), Abu Ali Mustafa, zwei Monate vorher.

Zeevi hatte sein Leben dem Kampf gegen das palästinensische Volk gewidmet. Er war Mitglied der terroristischen Gruppen, die 1948 750.000 Palästinenser vertrieben und damit den Staat Israel erst möglich gemacht hatten.

Zeevi setzte sich für eine Vertreibung der Palästinenser auch aus dem Westjordanland und dem Gazastreifen und für die Ausdehnung Israels ein. Er bezeichnete die Palästinenser in Israel als "Läuse" und "unser Krebsgeschwür". Er nannte den Anführer der Palästinenser Jassir Arafat "Hitler".

Kurz vor seiner Ermordung war er aus Sharons rechter Regierung ausgestiegen, weil sie ihm nicht hart genug gegen die Palästinenser war.

Heuchelei

Die Heuchelei der israelischen Regierung könnte größer kaum sein. Sie hat in den letzten 53 Jahren Hunderte palästinensische Politiker ermorden lassen.

Kaum wird der erste israelische Politiker Opfer eines Anschlags, dreht das israelische Militär durch. Sie versuchen den US-"Krieg gegen Terror" für eine stärkere Kontrolle der Palästinenser zu nutzen.

"Wir müssen die Kräfte des Terrors zerschlagen. Haben sich die USA in Afghanistan zurückgehalten?", fragt Sharon und beschreibt Arafat als "unseren Bin Laden". Mitte Oktober erklärte er: "Soweit es mich betrifft, ist die Ära von Arafat vorbei."

"Wir dürfen nicht mehr versuchen, Arafat als einen Partner für den Frieden zu sehen," sagte der rechte Wohnungsbauminister Natan Sharansky. "Seine Organisation muss zum Ziel militärischer Aktionen werden."

Unter diesem Druck hat Arafat mit der Verhaftung von Aktivisten der PFLP begonnen – er macht Sharons Job. Daraufhin begann die israelische Armee mit ihrem Rückzug.

Weder die US-Regierung, die diesen Handel zwischen Sharon und Arafat vermittelt hat, noch der israelische Regierungschef oder Arafat selber können verhindern, dass der palästinensische Kampf gegen die israelische Besatzung aufhört, solange die einfachsten Bedürfnisse und Forderungen der Palästinenser nicht erfüllt sind.

Linksruck Nr. 117, 31. Oktober 2001

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