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Hintergründe

Stichwort: Söldner


Die vier Anfang April in Falludscha getöteten Männer waren keine unschuldigen „Aufbauhelfer“, sondern Söldner der USA.
Sie waren als Angestellte des US-Militärkonzerns Blackwater Teil einer wachsenden Söldnerarmee, welche die USA in den Irak geschickt hat. Diese gemieteten Mörder sollen die staatlichen Soldaten unterstützen, deren Moral jeden Tag sinkt: „Inzwischen tun mehr als 10.000 Söldner der Firma Blackwater und anderer Dienst im Irak, die sich gern als Rambos aufführen“, so Journalist und Nahost-Experte Peter Scholl-Latour.


Stichwort: al-Sadr und die Mahdi-Miliz


Muktada al-Sadr hat kein hohes religiöses Amt und seine von Bremer verbotene Zeitung hatte eine Auflage von nur 10.000 Stück. Doch al-Sadr hat sich den US-Besatzern nie gebeugt.
Deshalb unterstützen die Iraker al-Sadr und die von ihm aufgestellte Mahdi-Miliz. Die Menschen in den riesigen Armenvierteln der Städte haben nie einen Cent „Aufbauhilfe“ der USA gesehen. Die Besatzer scheren sich nicht mal um die wichtigsten öffentlichen Aufgaben. Selbst den Verkehr und die Verteilung von Lebensmitteln muss die Mahdi-Miliz regeln. Sie bewacht Läden und Fabriken, um Plünderungen zu verhindern.
Al-Sadr spricht aus, was die meisten Iraker täglich erleben: Die US-Armee ermordet unschuldige Iraker. Der Verwalter der Besatzungsmacht Bremer hat als neuer Diktator die Nachfolge Husseins angetreten. US-Konzerne plündern das irakische Öl. Die Besatzer bringen weder Freiheit noch Demokratie: „Das ist Demokratie? Friedliche Demonstranten angreifen? Menschen töten und Gebäude zerstören?“, so al-Sadrs Sprecher in einem Bagdader Armenviertel mit zwei Millionen Menschen.
Für viele Iraker ist al-Sadr eine Symbolfigur des Widerstands. „Wir haben dem (von den USA eingesetzten, die Redaktion) Regierungsrat vertraut. Bis wir merkten, dass das Feiglinge sind. Al-Sadrs Bewegung ist die einzige, die für die Rechte des irakischen Volkes eintritt“, erklärt Abbas Radi, Schüler in Falludscha.


Stichwort: Vereint im Widerstand


Im Irak leben 60 Prozent schiitische und 20 Prozent sunnitische Muslime. Die sunnitische Baath-Partei des früheren Diktators Hussein hat die Schiiten brutal unterdrückt.
Nach dem Sturz Husseins haben auch die USA versucht, Schiiten und Sunniten zu spalten, um einen gemeinsamen Aufstand gegen die Besatzer zu verhindern. So haben die USA das mehrheitlich von Sunniten bewohnte Falludscha wiederholt als „Hochburg der Saddam-Anhänger“ verleumdet.
Doch jetzt ist US-Präsident Bushs Alptraum Wirklichkeit geworden: Immer mehr Schiiten und Sunniten kämpfen gemeinsam gegen die Besatzer.

Linksruck Nr. 175, 14. April 2004

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