Warum Israel Krieg führt

Buch: Offene Wunde Nahost:

Noam Chomsky zeigt, wie die USA seit Jahrzehnten den israelischen Staatsterror unterstützen.

Noam Chomsky: Offene Wunde Nahost, Europa Verlag, 2002, 352 Seiten, 19,90 Euro
In vielen Medien wird behauptet, dass Israel von fanatischen Palästinensern bedroht sei, gegen die sich das Land nur mit militärischer Gewalt wehren kann. Noam Chomsky schafft es in "Offene Wunde Nahost" jedoch, diese Lüge zu widerlegen. Dabei beruft er sich weitestgehend auf Informationen der israelischen und US-amerikanischen Kriegstreiber.
Der Autor zeigt, dass die USA "seit Beginn der siebziger Jahre immer vorbehaltloser die israelische Politik der Verweigerungshaltung gegenüber einem unabhängigen palästinensischen Staat unterstützt" haben. Dabei haben die USA die Ausweitung der Macht Israels mit großzügiger materieller und ideologischer Hilfe erst möglich gemacht und damit Frieden immer wieder verhindert.
Israels Aufgabe im Nahen Osten ist, den Einfluss der USA in allen umliegenden Staaten zu sichern und "für die USA die Drecksarbeit zu erledigen, die Washington aufgrund der Opposition im eigenen Land oder anderer Kostenfaktoren nicht selbst tun kann." Damit meint Chomsky "die Aufrechterhaltung bestimmter Formen von Herrschaft und Kontrolle und den ungehinderten Zugang zu Ressourcen und Profiten."
Der Autor erklärt, wie die USA Israel mit riesigen Geld- und Waffengeschenken zur stärksten Militärmacht des Nahen Ostens ausgebaut haben. Dabei analysiert Chomsky mit Hilfe zahlreicher Fakten die Ausdehnung israelischer Macht im Krieg gegen Libanon 1982 und die systematische Erniedrigung und Vertreibung der Araber in den besetzten Gebieten. Weiterhin weist der Autor die Verantwortung Israels und der USA für die Massaker in den palästinensischen Flüchtlingslagern Sabra und Schatila nach.
Insgesamt entlarvt Chomsky Israels "Kampf gegen den Terror" als Ideologie einer korrupten Führungsschicht, die nur ihre eigenen Machtinteressen durchsetzt. Zudem zeigt der Autor, dass sich Israel und die USA niemals an die zahlreichen UN-Resolutionen gehalten haben, die ein Ende der Kriegstreiberei Israels fordern.
Am Ende befasst sich Chomsky mit dem "Osloer Friedensprozess". Dabei wird deutlich, wie die palästinensische Bevölkerung beim Poker der Politiker der USA, Israels und Palästinas selbst, zum Spielball der Mächtigen wurden. Die Folge des "Friedensplans" wäre gewesen, dass die palästinensischen Flüchtlinge "sich in anderen Staaten assimilieren oder zertreten werden und sterben oder zu den ärmsten Schichten in den arabischen Gesellschaften absinken."
Der Autor sieht die Lösung des Krieges im Nahen Osten in einer israelisch-arabischen Friedensbewegung der einfachen Menschen gegen die herrschenden Schichten. Er hält es für möglich, dass Israelis und Palästinenser friedlich zusammenleben können.
"Offene Wunde Nahost" zeigt die Hintergründe und die wahren Ursachen des Krieges im Nahen Osten. Das Buch ist eine große Hilfe für jeden Kriegsgegner, um die Lügen der Herrschenden zu entlarven.


Linksruck Nr. 146, 1. Januar 1970





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