Namibia: Mitgefühl bringt keinen Cent

Regierung zahlt keine Entschädigung für deutschen Völkermord in Namibia.

Deutsche Soldaten führen den Vernichtungsbefehl des Generals von Trotha aus: „Innerhalb der deutschen Grenze wird jeder Herero erschossen.“
„Wir wollen, dass die Deutschen sagen: Es tut uns leid“, erklärt der Vorsitzende des Herero-Komitees für die Gedenkfeiern zum 100. Jahrestag des Völkermords an den Herero in Namibia. Sie hatten 1904 einen Aufstand gegen die deutsche Kolonialherrschaft begonnen, woraufhin deutsche Truppen mehr als 80 Prozent der Herero ermordeten.
Anlässlich der Gedenkfeiern reiste Entwicklungsministerin Wieczorek-Zeul nach Namibia, um ihr Mitgefühl für die Opfer des Völkermords zu bekunden. Wieczorek-Zeul will sich aber nicht entschuldigen. Sie befürchtet Forderungen der Herero nach Entschädigung, wenn Deutschland seine Verantwortung für die Massaker zugibt.

„Mit wachsender Besorgnis“ betrachtet die deutsche Regierung außerdem die geplante Landreform in Namibia. Im Mai forderte die namibische Regierung weiße Bauern auf, dem Staat ein Verkaufsangebot ihres unter Kolonialherrschaft von Schwarzen geraubten Landes zu machen. Seitdem gehört Weißen 80 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche. Das will die Regierung jetzt zur Not mit Enteignungen ändern.
Diese könnte die deutsche Regierung überflüssig machen. Mit Entschädigungszahlungen für die Herero, könnten sie den weißen Bauern das Land abkaufen.

von Sarah Nagel (E-Mail)




Linksruck Nr. 182, 1. Januar 1970





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