Bush kämpft um Vorherrschaft

Weder Massenvernichtungswaffen noch Demokratie treiben Bush um es geht um Öl und die globale Vormachtstellung der USA.

Die US-amerikanischen Politikberater von Stratfor nehmen kein Blatt vor den Mund:"In strategischer Hinsicht möchten die USA den Irak besetzen, um den Dreh- und Angelpunkt des Nahen Ostens zu kontrollieren: Von einem besetzten Irak aus können sie die ganze Region beherrschen. Die USA würden ganz unzweideutig das Erbe des britischen und des osmanischen Reichs in der arabischen Welt antreten.
Öl könnte ein Hebel sein, mit dem diese Macht ausgeübt wird. Wenn die USA die Ölvorkommen des Irak die zweitgrößten der Welt unter Kontrolle bekämen, dann könnten die Ölpreise drastisch sinken und den arabischen Staaten wäre das Mittel genommen, das sie jetzt im Rahmen der OPEC anwenden, um die Ölpolitik zu gestalten.
Die Kontrolle des Nahen Ostens ist für die USA zentral, um die globalen Kräfteverhältnisse in ihrem Interesse zu verändern. Denn so stark die USA scheint sie ist nicht allmächtig. Die wirtschaftliche Stärke der USA ist viel kleiner, als ihre überwältigenden militärische Macht.
Nach dem Zweiten Weltkrieg erreichte die Macht der USA ihren Höhepunkt. Die amerikanische Wirtschaft boomte wie nie zuvor. Die Hälfte der weltweiten Industrieproduktion kam von dort. Die Sowjetunion wurde totgerüstet, Rivalen in Bündnissysteme eingebunden.
Doch mit dem Ende des Ostblocks wurde es für die USA immer schwieriger, die "neue Weltordnung" militärisch zu kontrollieren. Nach dem Zerfall der Nachkriegsordnung brach die Konkurrenz zwischen großen und mittleren Wirtschafsmächten mit Macht wieder hervor. Mit der EU entsteht ein Konkurrenzblock, der der USA zwar politisch und militärisch nicht das Wasser reichen kann, wirtschaftlich aber gleichgezogen hat.
Weiter fürchten US-Strategen, dass mit China ein Rivale im asiatischen Raum erwächst.
Die Nationale Sicherheitsstrategie der US-Regierung warnt: "Uns ist die mögliche Wiederentstehung alter Konkurrenzmuster unter den Großmächten bewusst." Als Antwort formuliert ein führender Sicherheitsberater von Bush: "Die Bereitschaft, Gewaltmittel einzusetzen, ist für die USA lebenswichtig, um den Aufstieg eines weiteren globalen Rivalen für alle Zukunft auszuschließen".
Der 11. September machte es möglich, dieses Ziel aggressiver zu verfolgen. Die Besetzung Iraks soll auch ein Signal an Konkurrenten sein, die US-amerikanische Vormachtstellung nicht herauszufordern.
Für diese Machtdemonstration nimmt Bush den Tod von Hunderttausenden in Kauf.

von Stefan Bornost (E-Mail)




Linksruck Nr. 148, 1. Januar 1970





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