Frankfurt: Schüler starten durch

Nachdem Schüler schon im Januar an mehreren Frankfurter Schulen Komitees gegen den US-Krieg im Irak gegründet hatten, hebt die Antikriegsbewegung an den Schulen jetzt ab. An verschiedenen Schulen wurden von den Schülern Podiumsdiskussionen zu Themen wie: "Was wollen die USA in der Golfregion?" veranstaltet.
Diese Diskussionen waren für viele Komitees ein bedeutender Schritt. So konnten Aktivisten das Thema mit sehr vielen Schülern diskutieren, und dabei herausfinden, wie viele weitere Aktionen machen wollen.
Einen großartigen Beitrag leisteten die Komitees auch bei der Mobilisierung zur Großdemo am 15. Februar in Berlin. An vielen Schulen verteilten Aktivisten Flugblätter. Transparente wurden gemalt und an den Fassaden aufgehängt. So erfuhren immer mehr Schüler von den Komitees und sie wuchsen in den meisten Schulen schnell an.
Meistens war es einfacher, ein Komitee zu gründen als erwartet. Oft unterstützten auch Lehrer oder sogar die Schulleitung das Komitee.
Natürlich ist am Anfang Geduld wichtig. Doch meist dauert es nur wenige Tage, bis sich die Nachricht: "Die haben ein Komitee gegen den Krieg gegründet", auf dem Schulhof verbreitet. Inzwischen gibt es in Frankfurt kaum noch ein Komitee, in dem weniger als 30 Schüler aktiv sind.
Unser nächster Schritt ist, so viele Schul-Komitees wie möglich miteinander zu vernetzen, um gemeinsame Aktionen wie zum Beispiel Schülerdemos zu organisieren. Am 6 März haben sich bereits 50 Schüler im Büro des Stadtschülerrats getroffen, um zu planen, wie wir die Antikriegsbewegung an den Schulen ausweiten können.
Simon Kissmann, Frankfurt

Linksruck Nr. 149, 1. Januar 1970





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