Metall-Tarifrunde: Höhere Löhne helfen gegen Merkel

Die Gewerkschaft IG Metall kann in der Tarifrunde Anfang 2006 die Sozialabbau-Pläne der Regierung durchkreuzen.

Schwarz-Rot hofft, dass die Arbeiter nächstes Jahr „Lohnzurückhaltung“ üben und nicht gegen Sozialabbau protestieren. Aus Angst vor Protesten haben Union und SPD die Beratungen zur Umsetzung der geplanten Kürzungen und der Mehrwertsteuer-Erhöhung vorgezogen. Wenn die IG Metall jedoch deutliche Lohnsteigerungen durchsetzt, schwächt das die Regierung sehr. Die IG Metall-Führung hat jedoch bereits angekündigt, nur geringe Lohnforderungen zu stellen. Das hilft faktisch Kanzlerin Merkel, eine stabile Kürzungsregierung anzuführen.

Berthold Huber, Zweiter Vorsitzender, begründete das unter anderem damit, dass die Mehrwertsteuer erst 2007 erhöht werde. Doch schon dieses Jahr sind die Preise zum Beispiel für Strom und Gas deutlich gestiegen. Seit Juli müssen Arbeiter die Versicherungsbeiträge für Krankengeld und Zahnersatz alleine zahlen, während die Arbeitgeber entlastet wurden. Außerdem werden die Arbeitnehmer schon seit Jahren zu Reallohnverlusten gezwungen.

Würde die IG Metall eine deutliche Lohnerhöhung erkämpfen, wäre das auch ein Beweis für alle anderen Gegner des Sozialabbaus, dass Widerstand erfolgreich sein kann. Schon im Frühjahr 2006 sind große Demonstrationen gegen Sozialabbau geplant.

Wenn die IG Metall in der Tarifrunde Erfolg hat und auch zu den Demonstrationen mobilisiert, kann eine wesentlich größere Bewegung aufgebaut werden. Auch deshalb darf die Gewerkschaftsführung sich bei den Lohnforderungen nicht mehr zurückhalten und keine weiteren Zugeständnisse an die Bosse machen.


von Frank Eßers (E-Mail)




Linksruck Nr. 212, 1. Januar 1970





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