Hintergrund: USA wollen Weltherrschaft

Die US-Regierung will mit Kriegen das Öl des Nahen Ostens kontrollieren.

Wie schon mit dem Krieg gegen Irak will die US-Regierung mit einem möglichen Angriff auf Iran die wirtschaftliche Macht der USA sichern. Dafür will Bush die vollständige Herrschaft über den Nahen Osten erlangen, weil dort weltweit die meisten Ölvorräte sind.

Schon vor dem Angriff auf Irak 2003 schrieb das Politikinstitut Stratfor, das die US-Regierung berät: „In strategischer Hinsicht möchten die USA den Irak besetzen, um den Dreh- und Angelpunkt des Nahen Ostens zu kontrollieren: Von einem besetzten Irak aus können sie die ganze Region beherrschen. Die USA würden ganz unzweideutig das Erbe des britischen und des osmanischen Reichs in der arabischen Welt antreten.
Öl könnte ein Hebel sein, mit dem diese Macht ausgeübt wird. Wenn die USA die Ölvorkommen des Irak – die zweitgrößten der Welt – unter Kontrolle bekämen, dann könnten die Ölpreise drastisch sinken und den arabischen Staaten wäre das Mittel genommen, das sie jetzt im Rahmen der OPEC anwenden, um die Ölpolitik zu gestalten.“

Die US-Regierung führt Krieg im Nahen Osten, weil ihre militärische Macht viel größer ist als ihre wirtschaftliche. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam die Hälfte der weltweiten Industrieproduktion aus den USA. Dadurch konnten sie Westeuropa wieder aufbauen und den Ostblock zu einem Rüstungswettlauf zwingen, der ihn in die Pleite führte.

Doch heute wachsen mit der EU und vor allem China wirtschaftliche Konkurrenten heran, die der US-Wirtschaft weltweit immer mehr Märkte wegnehmen. Um deren Aufstieg zu verhindern, versuchen die USA, ihren Konzernen das Öl des Nahen Ostens zu sichern.

Die Nationale Sicherheitsstrategie der US-Regierung dazu: „Uns ist die mögliche Wiederentstehung alter Konkurrenzmuster unter den Großmächten bewusst.“ Ein führender Sicherheitsberater Bushs: „Die Bereitschaft, Gewaltmittel einzusetzen, ist für die USA lebenswichtig, um den Aufstieg eines weiteren globalen Rivalen für alle Zukunft auszuschließen.“

Die Besetzung Iraks ist außerdem eine Warnung an andere Länder wie Iran, die US-amerikanische Vormachtstellung nicht herauszufordern. Iran verfügt über große Öl- und Erdgasvorkommen, die nicht von US-Konzernen ausgebeutet werden. Deshalb ist Iran jetzt Opfer der Kriegstreiber der US-Regierung.

Das Politikinstitut „Projekt für ein Neues Amerikanisches Jahrhundert“, das ebenfalls die US-Regierung berät, schrieb schon 2000: „Die Bedeutung der amerikanischen Truppenpräsenz geht über den Sturz von Saddam Hussein hinaus. Wenn Saddam von der Bildfläche verschwunden ist, stellt der Iran eine genauso große Bedrohung für US-Interessen dar, wir der Irak.“

Doch die irakischen Widerstandskämpfer haben die Pläne der US-Regierung an den Rand des Scheiterns gebracht. Die starken schiitischen Parteien in Irak sind mit der ebenfalls schiitischen iranischen Regierung verbündet. Die Regionalmacht Iran ist durch den Krieg stärker geworden, nicht schwächer.

Bush droht mit Krieg, um diese Entwicklung umzukehren. Um die Ölvorkommen der Region zu kontrollieren, würde er weitere zehntausende unschuldige Opfer in Kauf nehmen.




Linksruck Nr. 215, 1. Januar 1970





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