Iran:

Noch ein Krieg um Öl

Trotz ihrer Schwierigkeiten in Irak droht die US-Regierung auch Iran mit Krieg. US-Außenministerin Rice erklärte, sie würde auch für einen Angriff auf Iran eine „Koalition der Willigen“ aufstellen.

Die USA wollen mit einem Krieg gegen Iran ihre militärische Vormacht über den Nahen Osten und damit über die größten Ölvorräte der Welt erhalten. Schon vor dem Krieg gegen Irak 2003 schrieb das Politikinstitut Stratfor, das die US-Regierung berät: „Von einem besetzten Irak aus können sie (die USA) die ganze Region beherrschen.“ Bush wollte Irak als sichere Militärbasis im Nahen Osten benutzen, um alle anderen Regierungen der Region zu zwingen, nach seiner Pfeife zu tanzen.

Dieser Plan ist gescheitert. Deshalb versucht die US-Regierung jetzt, Iran mit der Drohung des Krieges unter Druck zu setzen. Bush sieht im Krieg gegen Iran seine letzte Chance, den Nahen Osten zu unterwerfen, bevor er seine Armee komplett abziehen muss.

Schon 1969, als die USA den Krieg gegen Vietnam zu verlieren drohten, versuchte der damalige US-Präsident Nixon durch eine Ausweitung des Krieges das Blatt zu wenden. Nixon selbst nannte seine Idee, die vietnamesischen Nachbarländer Kambodscha und Laos zu bombardieren die „Theorie des Verrückten“. Einem Berater erklärte Nixon: „Wir werden ihnen (den Vietnamesen) etwas zuspielen wie: ‚Mein Gott, wenn er (Nixon) in Wut gerät, kann ihn keiner mehr zurückhalten – und er hat die Hand am nuklearen Drücker.’“

Die US-Armee verlor den Krieg trotzdem, ermordete zuvor aber noch Millionen Menschen. Allein auf Laos warf die US-Regierung mehr Bomben als im Zweiten Weltkrieg auf Deutschland und Japan zusammen.

Bush ist zum Krieg gegen Iran entschlossen, weil es seine einzige Möglichkeit ist, die Wirtschaft der USA auf den Weltmärkten zu stärken. Vor allem chinesische Konzerne nehmen ihren US-Kontrahenten jeden Tag Marktanteile weg. Um dieses Wirtschaftswachstum aufrecht zu erhalten, hat die chinesische Regierung 2004 mit Iran die Lieferung von Gas im Wert von 80 Milliarden Euro vereinbart.

Außerdem bekommt China 15 Prozent seines Öls von Iran, das über die zweitgrößten Ölvorkommen der Welt verfügt. Die iranische Regierung verkauft jedoch weder Öl an die USA, noch lässt sie es von US-Konzernen fördern oder verarbeiten. Bush will mit einem Krieg die Kontrolle über das iranische Öl erlangen, um China buchstäblich den Hahn abzudrehen.

Das Politikinstitut „Projekt für ein Neues Amerikanisches Jahrhundert“, ebenfalls ein enger Berater der US-Regierung, schrieb 2000: „Die Bedeutung der amerikanischen Truppenpräsenz (in Irak) geht über den Sturz von Saddam Hussein hinaus. Wenn Saddam von der Bildfläche verschwunden ist, stellt der Iran eine genauso große Bedrohung für US-Interessen dar, wir der Irak.“




Linksruck Nr. 220, 1. Januar 1970





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