Gesundheitsreform: Arbeiter zahlen, die Bosse sparen

Die Bosse werden entlastet, Arbeiter müssen draufzahlen so sieht die Gesundheitsreform von Sozialministerin Ulla Schmidt (SPD) aus.

"Wir wollen mit unseren Reformen die Belastung der Arbeitnehmer senken", behauptet die Ministerin. Die Realität sieht anders aus: Nur Unternehmer werden durch die Reform entlastet um 10,15 Milliarden Euro.
Zwar zahlen auch Arbeiter zunächst weniger Kassenbeiträge. Aber davon bleibt nichts übrig. Im Gegenteil: Die Belastung steigt sogar, weil Schmidt die Zuzahlungen zu Medikamenten und Behandlungen in die Höhe treibt.
Auch die Fahrkosten zum Arzt werden teurer. Wer direkt zu einem Facharzt geht, ohne vorher seinen Hausarzt zu fragen, soll 15 Euro Praxisgebühr entrichten.
Ulla Schmidt will zudem die Leistungen der Krankenkassen einschränken: Rezeptfreie Medikamente wie Aspirin zahlen die Kassen in Zukunft nicht mehr, ebenso Brillen.
Das Krankengeld sollen Arbeitnehmer demnächst alleine zahlen die Bosse werden davon befreit.
Dabei sind die Unternehmer für mindestens 15 Prozent (= 20 Milliarden Euro) der Gesundheitskosten verantwortlich. Denn mindestens jeder sechste Patient wird durch seine Arbeit krank. Das ergab eine Studie der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin.
Da aber nur etwa 24 % aller angezeigten Verdachtsfälle auf Berufskrankheit von den Bossen anerkannt werden, liegen die von ihnen verursachten Krankheitskosten noch viel höher.


Linksruck Nr. 154, 1. Januar 1970





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