Bush steck fest

Tag für Tag kämpfen Iraker gegen die Besatzung. In 15 weiteren Ländern wird für September ein Aktionstag gegen die Besatzung vorbereitet. Unter den US-Soldaten im Irak brodelt es.

Fast täglich greifen Iraker Blairs und Bushs Besatzungsregime an. Soldaten an Kontrollpunkten und auf Patrouille berichten Reportern, die Guerilla-Angriffe hätten seit dem Tod von Saddam Husseins Söhnen zugenommen. Früher hätten sie vor allem nachts angegriffen, "jetzt kommen sie schon am Tage."
Der Druck auf Blair und Bush wächst auch in ihren eigenen Ländern. Die Antikriegsbewegungen in den USA und Großbritannien wollen mit großen Demonstrationen am 27. September die Iraker unterstützen und den Abzug der Besatzer fordern.
Die weltweite Bewegung gegen den Krieg wird auch in 13 anderen Ländern wieder auf der Straße sein. Proteste sind in Palästina, Griechenland, Frankreich, Deutschland, Polen, Türkei, Spanien, Mazedonien, Zypern, Portugal, Österreich, Belgien und Dänemark geplant.
Inzwischen geraten die Kriegstreiber an einer dritten Front unter Druck. Die Moral ihrer Besatzungstruppen sinkt.
Im US-Fernsehen griffen Soldaten Verteidigungsminister Rumsfeld an. Ein Soldat sagte dem Sender ABC: "Wenn Donald Rumsfeld hier wäre, würde ich ihn um seinen Rücktritt bitten."
Ein anderer spielte auf das Kartenspiel an, das die US-Armee entworfen hat, um ihren Soldaten die Bilder von 52 irakischen Offiziellen einzuprägen, nach denen sie fahndet: "Ich habe meine eigene Liste mit den meistgesuchten Verbrechern. Die Asse in meinem Blatt sind Paul Bremer (Verwalter des Irak, d. Red.), Donald Rumsfeld, George Bush und Paul Wolfowitz (stellvertretender US-Verteidigungsminister)."
Viele Soldaten fühlen sich betrogen. Die Regierung hatte sie mit der Aussicht in den Krieg geschickt, von den Irakern freundlich empfangen zu werden. Ein Gefreiter sagte der Zeitung San Francisco Chronicle: "Die Menschen hier wollen uns hier nicht. Und denken sie nur: Wir wollen auch nicht hier sein. Also warum sind wir hier? Warum holen sie uns nicht zurück?"
Die Entscheidung der Führung, einige Einheiten noch nicht auszutauschen, obwohl sie sich schon auf die Heimreise vorbereitet hatten, heizte die Stimmung weiter an. Die US-Regierung wollte sie durch indische Truppen ersetzen. Aber die indische Regierung weigerte sich, die Soldaten zu schicken.

von Jan Maas (E-Mail)




Linksruck Nr. 159, 1. Januar 1970





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