„Wir wollen keinen Krieg!“

Internationaler Aktionstag gegen Krieg am 26. Oktober:

15.000 Menschen haben am 26. Oktober in Berlin gegen Bushs Kriegspläne gegen Irak demonstriert.

„Lasst uns die US-Basen blockieren!“

In Freiburg demonstrierten am 26. Oktober 500 Menschen gegen einen Angriff auf Irak.
30 Gruppen unterstützen die Proteste, unter ihnen die Veranstalter Attac, Friedensforum, Linke Liste, Frauen in Schwarz und Linksruck. Mitmobilisiert hat auch das Anti-Kriegs-Komitee, zu dessen Gründungstreffen eine Woche zuvor 40 Leute gekommen waren.
Der Demozug wird auf dem Weg durch die Innenstadt immer größer. Die Demo erweckt Aufmerksamkeit durch Parolen und Stop-And-Go-Aktionen, an denen sich viele Demonstranten beteiligen.
Auf der Abschlusskundgebung spricht neben Julia Maier von Attac Freiburg auch Jürgen Höfflin vom DGB Südbaden. Er erklärt: „Die US-Regierung will das versäumte Ziel des Golfkrieges, Saddam Hussein unschädlich zu machen, mit diesem Krieg jetzt nachholen.“ Außerdem ruft der Mitbegründer von Attac Deutschland Sven Giegold zu weiteren Protesten auf: „Die US-Armee benutzt schon heute ihre Flugbasen in Deutschland um den Krieg vorzubereiten. Lasst uns diese Basen blockieren.“
Von Alexander Grede
„Ich bin gegen das Embargo und den bevorstehenden Krieg im Irak“, sagt Nesimi Öner, Chemiestudent aus Berlin, während der Proteste. „Bush geht es vor allem um strategische Interessen und um Öl, es geht ihm nicht darum, dass die irakische Bevölkerung unter einem Diktator leidet.“
Die Demonstranten begrüßen, dass die Regierung diesen Krieg ablehnt, aber sie glauben Kanzler Schröder und Außenminister Fischer nicht. „Mit dem ‚Nein‘ der Regierung darf man sich nicht zufrieden geben. Deshalb ist es wichtig und richtig, dass wir hier demonstrieren und sagen: ‚Wir wollen keinen Krieg!’“, so Hans-Joachim Gunkel, Touristenführer aus Halle/ Saale.
Viele meinen, dass eine Bewegung auf der Straße den Krieg verhindern kann: „Wir können den Krieg stoppen. Unter der Bedingung, dass unsere Bewegung sich ausbreitet. Wir müssen alle zusammenkommen“, sagt Hans-Joachim.
„Es hat sich immer wieder gezeigt, dass die Bevölkerung etwas bewirken kann“, meint Ute, Grafikstudentin aus Berlin. „Ein Anfang ist, dass die Leute auf die Straße gehen.“
Die Anti-Kriegs-Proteste in Berlin sind die größten in Deutschland am internationalen Aktionstag gegen den Krieg. Auch in 80 anderen deutschen Orten gehen nach einer kurzfristigen Mobilisierung Menschen auf die Straße. 2.000 in Frankfurt und Stuttgart sowie 500 in Köln.
Das kann erst der Anfang sein. Mit einer längeren Mobilisierung können noch mehr Leute in Deutschland gegen Bushs Krieg demonstrieren.

von Clara Stattegger




Linksruck Nr. 141, 1. Januar 1970





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