Schröders Kürzungen kosten Leben

Dialysepatienten fehlten 5 Euro für Taxizuzahlung jetzt ist er tot.

"Es war nur eine Frage der Zeit, dass so etwas passiert" sagt der Sprecher der Krankenkasse DAK Bodanowitz über den Tod eines nierenkranken Sozialhilfeempfängers in Niedersachsen. Der 60-jährige ehemalige Verkäufer musste drei Mal in der Woche mit dem Taxi 17 Kilometer zum Arzt fahren, um sein Blut reinigen zu lassen.
Bis Silvester übernahm die DAK die Kosten für die Taxifahrt. Seit dem 1. Januar müssen Patienten fünf Euro zuzahlen. Verantwortlich: Die Gesundheitsreform der Schröder-Regierung. Für den Kranken, der nur 660 Euro im Monat für Miete und Lebensmittel hatte, bedeuteten diese fünf Euro eine große Last: neue Kosten von 120 Euro im Monat.
Nach den ersten drei Terminen im neuen Jahr legte der Taxifahrer, der den Nierenkranken seit Jahren fuhr, ihm das Geld aus. Aber der Kranke schämte sich, als er 30 Euro Schulden angesammelt hatte und weigerte sich, sich fahren zu lassen.
Er ging betteln, während er zur Blutreinigung beim Arzt hätte sein sollen. Er bekam 35 Euro zusammen, zahlte seine Schulden und fuhr zur nächsten Termin wieder zum Arzt. Dort brach er zusammen und musste ins Krankenhaus gebracht werden.
Vier Tage, nachdem er betteln ging, war er tot. Der Taxifahrer hat Gesundheitsministerin Schmidt wegen Verdachts der fahrlässigen Tötung angezeigt, berichtet Spiegel online. Der DAK-Sprecher: "Der Tod dieses Mannes ist ein Stück weit auch Folge der Gesundheitsreform, so etwas wird sich leider täglich wiederholen können."
Am 17./ 18. Januar haben sich 500 Aktivisten in Frankfurt/ Main getroffen, um über Widerstand gegen den tödlichen Sozialabbau der Schröder-Regierung zu beraten. Sie rufen dazu auf, am 3. April in Berlin zu demonstrieren.


Linksruck Nr. 169, 1. Januar 1970





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