Vorsicht Bundeswehr!

Ein Feldwebel der deutschen Armee in Wunstorf hat Untergebene misshandelt. Gewalt und auch Rechtsradikalismus sind in der Bundeswehr Alltag.

Weitere Fälle von Gewalt und Rechtsextremismus belegt der Friedenspolitische Ratschlag
Der angeklagte Offizier hat die Verbrechen zugegeben. Sein Anwalt wollte sich rausreden: "Das ist dort mehr oder weniger Umgangsart. Bei der Bundeswehr sind die Umgangsformen ein bisschen anders und sicherlich auch rauer."
Der Arbeitskreis "Darmstädter Signal" aus ehemaligen und aktiven Offizieren beurteilt die deutsche Armee jedoch wesentlich schlimmer: Danach halten die meisten Offiziere der Armee nicht viel von Demokratie.
Das beste Beispiel war General Günzel, ehemaliger Kommandeur der auch in Afghanistan eingesetzten "Elite"-Truppe "Kommando Spezialkräfte". Günzel musste Ende letzten Jahres gefeuert werden, weil er den rechtsextremen CDU-Politiker Hohmann für eine antisemitische Rede lobte. Schon vorher war Günzel mehrfach wegen rechtsextremen Sprüchen aufgefallen.
Traditionspflege wird bei den deutschen Truppen eben groß geschrieben, vor allem die der Nazi-Wehrmacht. So treffen sich zum Beispiel jedes Jahr Gebirgsjäger mit Kriegsverbrechern der Wehrmachts-Gebirgstruppe aus dem Zweiten Weltkrieg zu einem gemeinsamen Fest.
Noch heute sind elf Kasernen nach Nazi-Kommandeuren benannt, die den Angriffskrieg gegen die Sowjetunion führten. Die Fallschirmjäger singen noch immer ihre inoffizielle Hymne aus dem Zweiten Weltkrieg: "Wir wissen nur eines, wenn Deutschland in Not, zu kämpfen, zu siegen, zu sterben den Tod." 111 Fälle von Rechtsextremismus hat der Wehrbeauftragte der Bundeswehr in seinem letzten Bericht aufgeführt. Die tatsächliche Zahl wird wesentlich höher geschätzt.
Schon 1997 hatten Soldaten der Infanterieschule in Hammelburg bewiesen, dass sie nichts von Menschenrechten halten. Die Männer hatten in der Kaserne ein Video gedreht, auf dem sie Hinrichtungen und Vergewaltigungen nachstellten. Kurze Zeit später wurden ausgerechnet Hammelburger Soldaten nach Bosnien geschickt, um Frieden zu schaffen. Einer der Videomacher erklärte der Berliner Zeitung: "Genauso wie es sich im Video abgespielt hat, war der Alltag in Hammelburg."

von Frank Eßers (E-Mail)




Linksruck Nr. 171, 1. Januar 1970





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