USA, Neuseeland Vorbild für Deutschland?

Die Argumente der Marktfanatiker fallen wie ein Kartenhaus zusammen wenn wir in Länder schauen in denen bereits seit Jahren Studiengebühren integraler Bestandteil des Bildungssystems sind: Das Studium verliert für die Masse der Studierenden an Qualität, auf Studiengebühren folgen höhere Gebühren, der Leistungsdruck nimmt zu und es entsteht ein zwei Klassen Bildungssystem.

In Neuseeland lagen die von der Labour Regierung 1990 eingeführten Studiengebühren bei durchschnittlich 1000 $. Heute 10 Jahre später müssen die Studenten pro Jahr 3000 $ für ein Sprachstudium und 24000 $ für ein Zahnmedizinerstudium zahlen. Das hat katastrophale Auswirkungen. "Die Studierenden sind ständig unter Druck und immer schlechter vorbereitet, klagt Peter Russel, Professor für Germanistik an der Viktoria Universität in Wellington. "Die Studierenden sind mit solchen Schulden belastet das sie sehr viel arbeiten müssen: Sie sind geschlaucht und übermüdet, weil sie als Kellnerinnen bis spät in die Nacht hinein gearbeitet haben."

Auch sogenannte Stipendien ändern nichts daran das der Zugang an die Hochschulen vor allem für die Arbeiterklasse gewährleistet bleibt. Bruce Phillipps, Direktor der Massey Universität , spricht aus was die Modernisierer nicht hören wollen: "Die gebühren sind an einem Punkt angelangt, wo sie zu einer Eintrittsbaierre werden und die Bevölkerung nach denen trennen, die sich Bildung leisten können und denen, die sich es nicht leisten können."

Die hohen Gebühren werden zu einer Fessel für Studenten aus der Arbeiterklasse. Während dem Studium wächst ein riesen Schuldenberg heran, so daß ihr Leben nach der Uni sich hauptsächlich mit der Rückzahlung beschäftigt.

"Nach dem Abschluß Examen war meine finanzielle Lage derart desolat, daß ich wieder bei meinen Eltern in Baltimore einziehen müßte. Ich arbeitet zwar als Juristin in Washington, eine eigene Wohnung oder sogar ein eigens Auto ist aber nicht drin." erzählt die 32 jährige Andrea Jones. Sie studierte in den USA und müßte für ihr Jurasrtudium 150000 $ (über 280000 DM) zahlen. Jetzt mit 32 Jahren zahlt sie 8 verschiedene Darlehen zurück, insgesamt jeden Monat rund 1000 $. Zum sparen bleibt auf ihrem Konto nichts übrig. Noch rund 10 Jahre müsse sie die Schulden abbezahlen.




Linksruck Nr. 88, 1. Januar 1970





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