Zur Ermordung von Scheich Jassin:

Scharon und Bush - Terroristen

Der israelische Premierminister Scharon organisierte die Ermordung von Scheich Jassin, des Gründers und Anführers der Hamas-Bewegung, Ende März. Die US-Regierung hat sich geweigert, diesen Anschlag zu verurteilen. Einige Tage später verhinderte sie wie schon oft eine Resolution der UNO, die den Anschlag verurteilte, mit ihrem Veto.
US-Präsident Bushs Sicherheitsberaterin Rice bezeichnete Hamas als eine terroristische Organisation, der Scheich Jassin als Rädelsführer vorgestanden habe. Hamas wurde 1987 während der ersten Intifada, dem ersten Aufstand der Palästinenser gegen die israelische Besatzung und Unterdrückung, gegründet.
Seitdem ist der Rückhalt der Hamas-Bewegung unter den Palästinensern ständig gewachsen. Die Bewegung betreibt Krankenhäuser und Schulen für die die Autonomiebehörde des Präsidenten Arafat kein Geld ausgibt. Anders als die Autonomiebehörde kämpft die Hamas mit militärischen Mitteln gegen Besatzung und Landraub.
Dafür wird sie von Israel, der US-Regierung und der Bundesregierung als „terroristisch“ bezeichnet. Ihr Gegner, der Staat Israel, ist bis an die Zähne bewaffnet. Die israelische Armee setzt von den USA finanzierte Kampfhubschrauber und Panzer sowie Scharfschützengewehre aus Deutschland ein, um die Palästinenser zu bekämpfen, die sich gegen die Unterdrückung wehren.
Die Hoffnungslosigkeit inmitten der Armut in den besetzten Gebieten und das scharfe Ungleichgewicht der Kräfte treiben junge Männer und Frauen dazu, sich und andere in die Luft zu sprengen.
Der heutige Premierminister Scharon hat einen großen Anteil an der Hoffnungslosigkeit und der Wut, die heute unter den Palästinensern herrschen. Er ließ 1982 faschistische Milizen im Libanon in die Flüchtlingslager Sabra und Schatilla, wo sie 2000 palästinensische Flüchtlinge ermordeten.
Als Minister ermutigte er in den 90er Jahren jüdische Siedler, weiter palästinensisches Land zu besetzen, während der so genannte Friedensprozess im Gange war. 2001 löste er die zweite Intifada aus, als er die für Muslime heilige Al-Aqsa-Moschee mit einem Militärkommando besuchte, um die israelische Herrschaft über ganz Jerusalem zu demonstrieren.

von Jan Maas (E-Mail)




Linksruck Nr. 174, 1. Januar 1970





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