Zündstoff Benzin

Die steigenden Energiepreise treffen Arbeiter und Arme auf der ganzen Welt. Schuld daran sind die Besatzer des Irak und die Öl-Multis.

Wegen der hohen Benzinpreise steigt die Wut bei Arbeitern, die wegen des schlechten und teuren öffentlichen Verkehrs auf das Auto angewiesen sind. Auch Heizöl ist teurer geworden: um 20 Prozent seit Beginn des Jahres. Der ADAC sagt, dass der Spritpreis zu hoch sei. Dadurch würden die Öl-Multis täglich 4,5 Millionen Euro extra verdienen. „Die Energiekonzerne fahren Riesenprofite ein, und wir alle müssen es ausbaden“, bringt es Edda Müller vom Bundesverband der Verbraucherzentralen auf den Punkt. Teuro, Praxisgebühr, Rentenkürzungen, teurere Zigaretten und jetzt Benzin und Öl – Konzernen und Regierung fällt immer wieder eine neue Abzocke ein.
Für Armen in der Dritten Welt bedeuten steigende Ölpreise sogar eine tödliche Gefahr. Denn mit ihnen steigen auch die Preise für das Betreiben von Maschinen in der Landwirtschaft. Und damit werden auch Lebensmittel zu teuer. Die Hälfte der Weltbevölkerung muss von weniger als 2 Euro am Tag leben. Schon ein kleiner Preisanstieg bedeutet mehr Hungertote.
Auch US-Präsident Bush und die anderen Besatzer im Irak sind schuldig. Bush hat den Krieg geführt, um die weltweit zweitgrößten Erdölreserven in seine Hand zu bekommen und den ölreichen Nahen Osten zu kontrollieren.
Bushs Plan ist gründlich schief gegangen. Saudi-Arabien, das Land mit den weltweit größten Ölreserven, ist dadurch in eine Krise gestürzt worden. Die Terror-Anschläge auf Mitarbeiter von Ölfirmen in Saudi-Arabien haben einen plötzlichen globalen Preisanstieg ausgelöst. Sie sind eine direkte Folge der Besatzung des Irak. Denn die saudische Diktatur ist ein Verbündeter der US-Regierung.
In den letzten 15 Jahren ist der Durchschnittslohn im Land um zwei Drittel gefallen. Die Arbeitslosigkeit der unter 30-jährigen wird auf 20 bis 30 Prozent geschätzt. Gleichzeitig konzentriert sich unglaublicher Reichtum in den Händen der Königsfamilie. Diese wird von den USA dabei unterstützt, ihre Macht mit Gewalt aufrecht zu erhalten.
Umweltschützer, Friedensaktivisten und Globalisierungskritiker warnen seit langem davor, dass die Abhängigkeit der kapitalistischen Wirtschaft vom Öl immer neue Kriege und Gewalt fördert und die Natur zerstört. Aber die Herrschenden dieser Welt wollen nicht hören.

von Frank Eßers (E-Mail)




Linksruck Nr. 179, 1. Januar 1970





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