Europäisches Sozialforum London:

Ein anderes Europa in einer anderen Welt

Auf dem Europäischen Sozialforum (ESF) stellen die sozialen Bewegungen die Weichen für den Widerstand gegen Krieg, Rassismus und Sozialabbau. Mitorganisator Chris Nineham lädt Linksruck-Leser nach London ein.

Komm mit zum ESF!

  • Wo? Alexandra Palace, im Norden von London
  • Wann? 14. bis 17. Oktober 2004
  • Wie hinkommen? Infos auf der Homepage www.dsf-gsf.org (ab August)
  • Wie teuer? Neben den Fahrtkosten rund 100 Euro für Eintritt, Nahverkehrskarte und Verpflegung vor Ort bei kostenloser Übernachtung in Kirchen und Moscheen. Plätze in Jugendherbergen Pensionen oder Hotels sind reserviert, kosten aber extra


    1. Bildet vor Ort Bündnisse zur Mobilisierung
    2. Organisiert vor Ort Veranstaltungen, um das ESF bekannt zu machen
    3. Sammelt Geld für den Transport, stellt Anträge bei Gewerkschaften vor Ort
    4. Meldet Workshops und Seminare an auf www.fse-esf.org (bis 25. Juli)
    5. Bestellt Flugblätter und Infomaterial: frieden-und-zukunft@t-online.de
    6. Mehr Infos unter der Telefonnummer 030/63 22 56 30 (ab August)
    Im Namen des Organisationskomitees lade ich euch zum ESF nach London ein. Das dritte ESF findet in einer spannenden Zeit statt. Unsere Gegner, die Herrschenden in den westlichen Industrieländern, sind schwächer geworden.
    Die Besatzungstruppen im Irak stecken in der Klemme. Die angebliche Machtübergabe an die Iraker war ein Witz. Sie erkennen diese Regierung nicht an. Die Iraker werden die US-Armee auch unter der neuen Regierung bekämpfen.
    Die US-Regierung wollte den Irak zum Ausgangspunkt für die Unterwerfung des Nahen Ostens im Interesse von US-Konzernen machen. Doch die Besatzer können nicht mal den Irak selbst beherrschen.
    Auch die EU steckt in der Krise, obwohl sie seit Mai zehn neue Mitglieder und seit Juni eine Verfassung hat. Die Europawahlen haben gezeigt, dass die Europäer keine Einigung im Interesse der Wirtschaft wollen. Die Leute haben entweder gar nicht abgestimmt oder ihre Regierungen bestraft.
    In einigen Staaten haben rechtsradikale Parteien Stimmen gewonnen. Die Rechten versuchen, die Hilflosigkeit und Verzweiflung der Menschen zu missbrauchen, die von der unsozialen Politik betroffen sind. Deshalb drängt die Zeit, eine Bewegung aufzubauen, die tatsächlich gegen Sozialabbau vorgeht.
    Unsere Bewegung hat enorme Chancen und sie trägt eine große Verantwortung, sie zu nutzen. Das ESF spielt eine wichtige Rolle, weil die Bewegung dort viele weitere Menschen anziehen und zugleich wichtige Debatten führen kann.
    In London können die Bewegungen und Organisationen zusammen kommen, die an den verschiedenen Fronten kämpfen. Die Bewegung gegen Krieg und Besatzung muss weitergehen, ebenso wie der Kampf gegen Sozialabbau und Rassismus.
    Das ESF in Florenz war wie eine Startbahn für den weltweiten Antikriegtag am 15. Februar 2003. Von Paris ging der Aufruf zum europäischen Aktionstag gegen Sozialkahlschlag am 3. April aus. Jetzt können wir London zu einer Startbahn für eine ähnliche, umfassende Kampagne gegen das Projekt EU machen.
    Darum wollen wir über die EU diskutieren und über mögliche Alternativen zu dem Europa, das die Herrschenden wollen. Außerdem sind wir aufgefordert, Stellung zu den Angriffen gegen Muslime in den europäischen Staaten zu beziehen, besonders zum Kopftuchverbot.
    Schließlich wird es Zeit, über Alternativen zu reden. Wir wissen ziemlich genau, wogegen wir sind. Und wir sagen, eine andere Welt sei möglich. Aber was für eine? Und wie kommen wir dahin?

    von Chris Nineham




    Linksruck Nr. 181, 1. Januar 1970





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