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Als der Kapitalismus zusammenbrach

- Weltwirtschaftkrise 1929-33 -

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Unter diesem Druck zog die Regierung ihren Vorschlag zurück. Reichskanzler Hermann Müller entwarf stattdessen ein Gesetz, mit dem die Ausgaben der Arbeitslosenversicherung an ihre Einnahmen angepasst werden sollten. Damit war die Kürzung der Arbeitslosenunterstützung vorprogrammiert.
Die SPD-Fraktion meuterte. Müller bekam keine Mehrheit für seine Kürzungen und trat zurück. Neuer Kanzler wurde Heinrich Brüning von der konservativen Zentrumspartei. Brüning hatte keine Mehrheit im Parlament – dafür aber die Unterstützung der SPD.
Während des kurzen Aufschwungs der zwanziger Jahre hatten SPD-Theoretiker behauptet, dass der Kapitalismus das Auf und Ab von Boom und Crash überwunden habe.
Jetzt, da die Krise hereinbrach, war die SPD-Führung hilflos. Fritz Tarnow, SPD’ler und Gewerkschaftsführer übte sich Anfang der ´30er in Zweckoptimismus: "Ich glaube, dass die Wirtschaft die Wege finden wird, die wieder zum Aufstieg führen, und ich befinde mich damit ... in Übereinstimmung mit ziemlich allen Wirtschaftstheoretikern in unseren Reihen."
Doch Tarnow konnte den Aufschwung ebenso wenig herbeibeten wie Schröder, Eichel und Müntefering heute. In Ermangelung eigener Rezepte unterstützte die SPD den Sozialabbau der konservativen Brüning-Regierung.
Brünings Politik entschärfte die Krise nicht, sondern beschleunigte sie.
Mit Notverordnungen, also Regierungserlassen ohne Zustimmung des Reichstags, bewerkstelligte Brüning den Sozialabbau, den die Unternehmer forderten. Die Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes wurde von 26 auf sechs Wochen gekürzt, seine Höhe gleichzeitig halbiert – für Millionen der Weg in die Verelendung.
Brünings Ziel bestand darin, die Preise für deutsche Industrieprodukte mittels Lohnabbau und Sozialkürzungen zu senken, um den Export anzukurbeln und so die Krise nach außen zu verlagern.
Diese Politik erwies sich als katastrophal, weil alle anderen Industriestaaten sie auch verfolgten, und führte direkt in einen Zusammenbruch der Weltmärkte.
Der Binnenmarkt konnte den Zusammenbruch des Exports nicht auffangen, weil Sozialabbau und Massenentlassungen die Nachfrage zum Einbrechen gebracht hatten.

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