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Innenminister Schily terrorisiert Muslime

Per Rasterfahndung verfolgt die Polizei alle Menschen, die den Kriterien "islamisch, Araber, unauffällig" entsprechen, wie zum Beispiel Waidallah Khalaf. Der 46-jährige Diplom-Ingenieur ist ein ruhiger und offenherziger Mensch, der sich in der Antikriegsbewegung engagiert.
Das Leben für Muslime sei in Deutschland schwer geworden, sagt er und erklärt: "Schily versucht uns einzuschüchtern, um uns von politischer Tätigkeit abzuhalten und uns von der deutschen Bevölkerung zu isolieren. Die deutsche Bevölkerung soll durch Horrorgeschichten über angebliche Terroristen verunsichert werden und Abstand von Muslimen halten. Was Schily mit seiner Hetze erreicht, ist folgendes: Wenn jemand einen Muslim zum Nachbarn hat, fragt er sich: "Ist mein muslimischer Nachbar eine Bedrohung?"
Und wir Muslime wissen nicht, was unsere deutschen Nachbarn von uns denken. Wir sind alle verunsichert. Schily hetzt die Menschen gegeneinander auf. Mit dem Begriff ‚Krieg gegen den Terror’ soll diese Volksverhetzung gerechtfertigt werden.
In Deutschland leben 3,5 Millionen Muslime. Wegen ein paar Radikalen kann man doch nicht all diese Menschen zu Terroristen stempeln. Sie leben doch friedlich in Deutschland."
Wenn dieser Frieden nicht gestört wird: "In vielen Städten hat die Polizei Razzien in Moscheen durchgeführt. Sie behauptet, dort würden sich Terroristen verstecken, obwohl das nicht stimmt. Die Polizisten sind mit Schuhen und Hunden in die Moscheen eingedrungen und haben alles durchsucht. Das ist eine unglaubliche Demütigung für Muslime. Ich kenne sogar einige, die sich nicht mehr trauen, in die Moschee zu gehen. Ich glaube nicht, dass die Polizei auf die gleiche Weise in eine Synagoge oder eine Kirche marschieren würde, wenn sich dort angeblich ein Schwerverbrecher versteckt. Viele arabische und muslimische Studenten werden vom Staat überwacht. Sie sind von Rasterfahndungen betroffen und ihre Telefone werden abgehört. Deshalb trauen sich viele nicht mehr, frei zu reden. Sie haben Angst, dass ein falsches Wort reicht, um als Terrorist zu gelten."
Waidallah protestiert öffentlich gegen die Schikanen und ist auch aktiv gegen den geplanten Angriff auf den Irak. Aber das ist nicht die Regel. "Ich habe mit vielen Muslimen gesprochen, um sie zu Mahnwachen, Demonstrationen und politischen Veranstaltungen einzuladen. Aber sie haben Angst und bleiben zuhause", schildert er. "Ich frage mich, ob das mit einer Demokratie zu vereinbaren ist – oder gilt Demokratie nur für Deutsche? Die Regierung versucht, uns mundtot zu machen. Aber das wird nicht gelingen. Das Schlimmste ist aber, dass wir alleine sind. Wir vermissen die Solidarität der Deutschen – auch die der Friedensbewegung. Wir brauchen sie dringend."
Außerdem muss Waidallah wegen den US-Kriegsplänen jetzt auch noch um seine Verwandten und Freunde im Irak fürchten: "Ich will nicht, dass sie sterben müssen.
"Wenn es zum Krieg kommt, dann wird es noch schlimmer als 1991. Damals wurde die ganze Infrastruktur vernichtet: Lebensmittellager, Fabriken für Babymilch, Brücken, Wasserwerke; Einfach alles, was die Menschen zum Überleben brauchen. Und es werden wieder viele grausam sterben.
Damals hat das US-Militär zum Beispiel absichtlich zwei Raketen auf den Al-Amreia-Bunker abgeschossen, in dem unter anderem über 400 Frauen und Kinder Schutz gesucht hatten. Noch heute kleben verbrannte Leichenteile an den Wänden und Decken. Das US-Militär hat auch radioaktive Uranmunition benutzt. Dadurch sterben noch heute viele Menschen oder werden schwer krank. Dieses ganze Leid wird sich wiederholen. Die US-Regierung will den Irak in Schutt und Asche legen.
In diesem Krieg geht es der US-Regierung nicht um Saddam Hussein oder darum Demokratie einzuführen. Es geht ihnen darum, dass Öl in der ganzen Region zu kontrollieren. Ich hoffe, dass wir den Krieg verhindern können. Wenn uns das gelingt, dann ist das ein Sieg für die ganze Menschheit."

Linksruck Nr. 147, 11. Februar 2003

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