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Film: Die Reise des jungen Che:

Warum Ernesto zu Che wurde

Buchtipp: Das Tagebuch

Che Guevaras Tagebuch von der Reise ist als Buch in deutscher Sprache erhältlich. Regisseur Walter Salles hat es zusammen mit Alberto Granados Aufzeichungen als Grundlage für seinen Film benutzt. Guevara ist ein scharfer Beobachter, er stellt die Verhältnisse in Lateinamerika anschaulich dar. Zugleich wird deutlich, was er fühlte und dachte.

Che Guevara: The Motorcycle Diaries. Latinoamericana – Tagebuch einer Motorradreise 1951/52, KiWi Verlag, 2004, 180 Seiten, 8,90 Euro
1951: Ernesto Guevara ist ein 23-jähriger Medizinstudent. Gemeinsam mit seinem Freund Alberto Granado macht er eine Motorradreise durch Lateinamerika, die ein Jahr lang dauern wird.

Dem Film, der von dieser Reise erzählt, gelingt es, im Verlauf seiner Handlung viele Seiten seiner Hauptfiguren vorzustellen.

Im ersten Teil des Films benehmen sich Ernesto und Alberto wie ganz normale Jugendliche, die auf Liebesabenteuer hoffen und auch ansonsten vor allem Spaß haben wollen.
Doch die Erfahrungen, die die zwei auf ihrer Reise machen, führen dazu, dass Ernesto immer nachdenklicher wird. Ihn bedrückt das Elend der Bauern und Arbeiter, das er nicht in Einklang mit seinem eigenen Glück bringen kann.

Nachdem ihr Motorrad den Geist aufgegeben hat, müssen die beiden Freunde den Kontinent per Anhalter durchqueren. Ernesto sucht nun die Gesellschaft armer Bauern, deren Geschichten er neugierig zuhört. Er wird Zeuge der entwürdigenden Behandlung kommunistischer Arbeiter und erhebt zum ersten Mal in seinem Leben die Stimme gegen politische Ungerechtigkeiten.

Zu Albertos Verwirrung gibt Ernesto das Geld seiner Freundin, das sie ihm mitgegeben hat, damit er ihr einen Badeanzug mitbringt, einem heimatlosen Bauernpaar. Von diesem Moment an nimmt Alberto die Wandlung seines Freundes wahr und entwickelt neuen Respekt für ihn.

Ernestos Erfahrungen in einer Kolonie von Leprakranken wird für ihn zu einem Wendepunkt. Als Alberto und Ernesto sich schließlich trennen müssen, fällt zum ersten Mal der Spitzname, mit dem Guevara berühmt wird: Che.

Die Regie von Walter Salles zeugt von Einfühlungsvermögen und großer Sympathie mit seinem Titelhelden. In der Rolle des Che überzeugt Gael Garcia Bernal mit einer ebenso natürlichen wie ausdrucksvollen Darstellung. Salles setzt auch Laienschauspieler ein, deren Gesichter von eben dem Elend gezeichnet sind, das im Film gezeigt wird.

Heute ist Che Guevara ein Vorbild für eine neue Generation von Antikapitalisten. „The Motorcycle Diaries“ erklärt, was Che in seinem Kampf gegen Ungerechtigkeit antrieb: Seine Aufrichtigkeit, sein Idealismus und sein großes Mitleid mit den Unterdrückten.

Der Film zeigt außerdem, dass niemand als Revolutionär geboren wird, sondern dass es Erfahrungen mit Ungerechtigkeit sind, die Menschen zum Kampf gegen den Kapitalismus bringen. Damit ist Walter Salles’ Film eine Inspiration für alle, die die Welt verändern wollen.

Linksruck Nr. 188, 10. November 2004

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