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"Wir wollen im Stadtteil ein Anlaufstelle für Kriegsgegner sein”

Wie bist du zum Anti-Kriegs-Komitee gekommen?
"Ich saß in der Kneipe, als ich von Aktivisten angesprochen wurde, ob ich Lust hätte, im Stadtteil ein Komitee gegen Krieg aufzubauen. Die zogen von Kneipe zu Kneipe, um Mitstreiter zu finden. Ich sagte ja, und so fing es an.”

Was will euer Komitee erreichen?
"Wir wollen größer werden, um mehr Menschen anzusprechen. Mittlerweile kommen rund 15 Leute regelmäßig zu den Treffen. Wir wollen präsent sein, eine Anlaufstelle für Kriegsgegner im Stadtteil. Viele sind gegen den Krieg. Wir machen klar, dass auch etwas dagegen passiert.”

Wie sieht denn eure Aktivität aus?
"Jeden Samstag machen wir zwei Stunden einen Stand, verteilen Flugblätter und laden zu unseren Treffen ein. Dazu plakatieren wir jede Woche den Stadtteil. Die Plakate haben den Slogan "Bushs Bomber starten in Deutschland”. Dadurch wollen wir klarmachen, dass die Regierung viel gegen Krieg redet, aber konkret wenig tut, um ihn zu verhindern. Deswegen müssen wir hier eine Bewegung aufbauen. "

Auf welcher Grundlage arbeitet euer Komitee?
"Wir wollen alle ansprechen, die gegen den Krieg etwas machen wollen. Es soll so breit wie möglich sein. Wir sagen zum Beispiel nicht: Wenn du gegen den Irak Krieg aktiv sein willst, musst du auch gegen den Mazedonien-Einsatz der Bundeswehr sein. Solche Bedingungen stellen wir nicht.”

Warum?
"Wir wollen eine Massenbewegung aufbauen, um den Krieg gegen Irak zu verhindern. Das schaffen wir nicht, wenn wir Menschen Bedingungen stellen, bevor sie sich gegen Krieg engagieren dürfen.”

Manche sagen, die Friedensbewegung sollte nicht mit den Mitgliedern der Regierungsparteien zusammenzuarbeiten, um nicht vereinahmt zu werden.
"Ja, die Debatte gibt es. Unser Standpunkt war immer klar: Wir wollten Mitglieder von SPD, Grünen und PDS dabei haben. Heute findet hier im Prenzlauer Berg ein von uns angestoßenes Friedensfest statt. Grüne und PDS im Bezirk sind mit dabei. Das ist doch ein Erfolg, die Friedensbewegung im Bezirk wird so stärker.”

Ihr baut also ein Anti-Kriegs-Netzwerk im Bezirk auf?
"Ja, genau. Wir haben gezielt Parteien angesprochen und reingezogen. Ich gehe alle zwei Wochen zur Arbeitsgruppe Frieden und Internationales der Grünen. Dazu sammeln wir im Bezirk Unterstützer für das Komitee – Kneipen, Cafes, soziale Einrichtungen. Die Unterstützer kommen unter unsere Plakate und Flugblätter. Das zeigt: Wir sind keine isolierten Spinner sondern repräsentieren unseren Stadtteil.”

Was ist nach vier Monaten Arbeit im Komitee dein Bilanz?
"Gemischt. Das Friedensfest heute ist ein Erfolg, das motiviert. Manchmal gibt es aber auch Treffen, wo die Hälfte der Leute von vorheriger Woche nicht da sind. Meine Erfahrung ist, dass zum Aufbau einer Friedensbewegung von der Basis auf auch Geduld und Durchhaltevermögen gehört.”

Linksruck Nr. 147, 11. Februar 2003

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