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Die Fronten gewechselt

Tödliches Trio: Ex-Betriebsratschef Volkert mit Arbeitsdirektor Hartz und Skoda-Boss Schuster

Die Wirtschaftszeitung Handelsblatt behauptet, die engen Beziehungen von Vorstand, Betriebsräten und der Gewerkschaft IG Metall bei VW würden den Konzern viel Geld kosten. In Wirklichkeit lassen seit Jahren Unternehmens- und Gewerkschaftsbosse gemeinsam die Arbeiter für die Krise des Automobilmarktes bezahlen.

Als Arbeitsdirektor Hartz 1993 drohte, 30.000 Arbeitsplätze zu streichen, schlugen Betriebsrat und IG Metall stattdessen eine Arbeitszeitverkürzung ohne Lohnausgleich vor. Diese brachte VW genauso viel Geld, wie die geplante Streichung der Stellen. Bezahlen mussten die Arbeiter. Bis heute stimmten die angeblichen Arbeitervertreter mehrmals Verschlechterungen für die Belegschaft zu.

Doch weil weltweit viel mehr Autos gebaut als verkauft werden, wollen die VW-Bosse ihre Gewinne jetzt noch umfangreicher auf Kosten der Arbeiter sichern. Alle Autokonzerne werden diese Überproduktion beibehalten, um damit Marktanteile auf Kosten ihrer Konkurrenten zu gewinnen.

Ein Experte für Automobilwirtschaft des Beratungskonzerns PricewaterhouseCoopers schätzt: „2007 werden weltweit 8,3 Millionen Autos zu viel produziert.“

Jetzt will VW die Kosten um 5 Milliarden Euro pro Jahr senken, um die Gegner zu unterbieten. Das Handelsblatt: „Weil einflussreiche Manager wie Hartz und dessen Verbündete aus dem Bereich der Gewerkschaften die schmerzliche Neuausrichtung nicht zugelassen haben, liegen die durchschnittlichen Arbeitskosten bei VW um etwa 40 Prozent höher als bei den wichtigsten Konkurrenten.“

Der stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzende Brüderle will die Gewerkschaften per Gesetz aus den Aufsichtsräten werfen, damit Löhne einfacher gesenkt und Stellen gestrichen werden können. Er überträgt die Lage von VW auf alle Betriebe in Deutschland: „Die Schwächen der deutschen paritätischen Mitbestimmung sind hier einmal mehr sehr deutlich geworden. Das gescheiterte ,Modell VW’ steht auch symbolisch für die alte Deutschland AG.“

Die Bosse sind über die betriebliche Mitbestimmung zerstritten. Manche unterstützen Brüderle. Aber der Chef des Maschinenbauunternehmens Trumpf Leibinger meint beispielsweise: „Mit der Mitbestimmung sind viele Maßnahmen besser und glaubwürdiger umsetzbar, wenn die Notwendigkeiten da sind“.

Viele Gewerkschaftsbosse und Betriebsräte arbeiten in Aufsichtsräten als Co-Manager statt als Vertreter der Arbeiter. Darum wollen auch Porsche-Boss Wiedeking und DaimlerChrysler-Chef Schrempp die Mitbestimmung beibehalten.

Beispielsweise fiel VW-Betriebsrat Volkert dem IG-Metall-Streik für die 35-Stunden-Woche in Ostdeutschland in den Rücken, indem er die Unterstützung der VW-Kollegen in Westdeutschland ausschloss. Über solche „Mitbestimmung“ der Gewerkschaften freut sich jeder Manager.

Zwar hat VW durch mehrere Lohnsenkungen bisher keine Arbeitsplätze gestrichen. Um die Kosten wie geplant zu senken, gibt es jetzt jedoch kaum andere Möglichkeiten.

Volkerts Co-Management konnte weder die Löhne noch die Arbeitsplätze sichern. Dass kann die IG Metall nur erreichen, wenn sie große Streiks gegen die Kürzungspläne der Unternehmen organisiert.

Linksruck Nr. 204, 20. Juli 2005

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(2002 mal gelesen)

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