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New York: Das Jugendamt ermordet Kinder

Seit über zehn Jahren werden in New York gefährliche Medikamente an aidskranken Kindern getestet. Die meisten dieser Kinder stammen aus armen Stadtteilen und wurden von ihren Eltern mit Aids infiziert. 99 Prozent von ihnen sind Schwarze und Latinos.

In den 1990er Jahren verlieh der damalige republikanische Bürgermeister Giuliani dem New Yorker Jugendamt ACS neue Befugnisse. Seitdem können ACS-Mitarbeiter Eltern unbegründet ihre Kinder wegnehmen und sie in Kinderheimen unterbringen.

Dort werden Aids-Medikamente an ihnen getestet, die sich noch im Forschungsstadium befinden. An den Nebenwirkungen sind viele der Kinder gestorben, ihre Leichen wurden in Massengräbern verscharrt.

„Wir sprechen hier über sehr, sehr ernste Nebenwirkungen“, erklärt der Arzt David Rasnick, der eines der Kinderheime besucht hat. „Den Kindern geht es absolut schlecht. Sie haben Krämpfe, Durchfall und geschwollene Gelenke. Sie rollen sich am Boden, und man kann sie nicht berühren.“

Die Medikamente werden von großen Pharmakonzernen wie dem US-Unternehmen Glaxo SmithKline hergestellt. David beschreibt sie als lebensgefährlich.

Wenn sich die Kinder, die oft erst wenige Monate alt sind, gegen die Medikamente wehren, wird ihnen eine Magensonde eingesetzt. Auch die Eltern können sich nicht gegen die Experimente wehren, weil ACS frei über ihre Kinder verfügen kann.

„Ich habe viele ACS-Angestellte sagen hören, ‚Wir sind von ACS, wir können machen, was wir wollen, und kommen immer davon’“, erzählt der Familienanwalt David Lansner.

Die Kinderkrankenschwester Jacklyn Hoerger wollte zwei der Kinder adoptieren. Sie setzte die Medikamente ab, als die Kinder zu ihr zogen. Sofort ging es ihnen besser.

Doch die ACS wollte die Experimente an ihnen weiterführen. „Sie kamen oft unangemeldet zu mir nach Hause. Als ich ihnen die Tür öffnete und sie einlud, sagten sie, dies sei ein unglücklicher Besuch. Dann sagten sie, sie würden mir die Kinder wegnehmen. Ich war schockiert“, erzählt Jacklyn.

Sie wurde verklagt und darf die Kinder nicht wieder sehen. In vielen städtischen Heimen werden immer noch Kinder ermordet.

Der Regisseur Jamie Doran hat lange recherchiert und eine Reportage über die Experimente gedreht. „Um in New York frei zu sein, braucht man Geld“, sagt er.

von Sarah Nagel (E-Mail)

Linksruck Nr. 205, 17. August 2005

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