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Abrechnung - Der Linksruck - Wirtschaftsweise:

Gründlich verrechnet

Angeblich unabhängige „Wirtschafsweise“ erzählen das, was die Bosse hören wollen. Nicht so der Linksruck-Wirtschaftsweise. Er ist parteiisch – auf der Seite der Menschen, gegen den neoliberalen Strom, gegen ein System, in dem Profite wichtiger sind als Menschen. Ab jetzt in jeder Ausgabe.
Habt ihr Fragen an den Linksruck-Wirtschaftsweisen. Dann schreibt an redaktion@linksruck.de.

Die Halbierung der Arbeitslosigkeit, die Kanzler Schröder 1998 als Ziel vorgab, hält Wirtschaftsminister Clement bis 2010 für möglich: „Eine vernünftige Entwicklung der Weltwirtschaft vorausgesetzt, können wir Vollbeschäftigung erreichen.“

Doch seine Annahme einer „vernünftigen“ Weltwirtschaft ist weltfremd. Denn die kapitalistische Wirtschaft entwickelt sich nicht vernünftig, sondern entsprechend der immer härteren Konkurrenz der Konzerne und der Anarchie des Marktes.

Die Wirtschaft produziert deshalb Krisen, die sich in den nächsten Jahren voraussichtlich noch verschärfen werden. Regierung und Forschungsinstitute sagen dieses Jahr für Deutschland ein Wachstum von rund 1 Prozent voraus, für die Eurozone knapp 2 Prozent.

Die Löhne in Deutschland sind in den letzten Jahren real gesunken. Deshalb schrumpft die Binnennachfrage. Der Export ist der Hauptmotor des geringen Wachstums. Das bedeutet eine große Abhängigkeit der deutschen Industrie von der internationalen Entwicklung.

Nach den weltweiten Einbrüchen der Börsen 2000 wurden tausende Milliarden Euro in den Handel mit Grundstücken investiert. Seither sind deren Preise in vielen EU-Staaten, den USA und China ähnlich schnell gestiegen wie die Aktienkurse Ende der 90er Jahre. Das Wirtschaftsmagazin Economist spricht von der größten spekulativen Blase der Geschichte.

Das Wachstum in den USA, dem weltweit größten Importeur von Waren und Kapital, wurde in den letzten Jahren zu 90 Prozent vom Grundstücksboom getragen. Dort und in China stehen nun immer mehr Gebäude leer. Viele der getätigten Investitionen in die Bauwirtschaft werden als Verluste verbucht werden müssen.

Sollte die Blase platzen, indem die Grundstückspreise zusammenbrechen, würde das Millionen Hausbesitzer und Spekulanten ruinieren. Das wiederum wäre gefährlich für US-amerikanische und chinesische Banken. Letztere sitzen schon jetzt auf 400 Milliarden Euro an Krediten, die die Schuldner voraussichtlich nie zurückzahlen können.

Heute können Investoren ihr Kapital aus der chinesischen Wirtschaft fast genauso schnell abziehen wie im Rest der Welt. Im Falle einer Bankenkrise im größten wachsenden Markt würden sie das rasch tun. Die Auswirkungen auf China und die Weltwirtschaft könnten schwerer sein als die der Krise in Südostasien 1997-98.

Wann genau und wie plötzlich die Blase platzen wird, ist kaum vorherzusagen. Dass sie platzen wird, scheint hingegen sicher. Langfristige Anlagen stehen zurzeit nicht hoch im Kurs.

Linksruck Nr. 205, 17. August 2005

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