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Flutkatastrophe in New Orleans:

Stoppt die Treibhausgase

Erdbeben und Vulkanausbrüche passieren unabhängig vom Klima. Fünf von sechs Naturkatastrophen weltweit werden jedoch durch extreme Wetterereignisse ausgelöst
Während Erdbeben und Vulkanausbrüche nicht zunehmen, werden Überschwemmungen und Stürme durch die Klimaänderung häufiger

Ist die Erwärmung um 0,6 Grad der einzige Beweis für den Klimawandel?

Nein. Wir stellen auch fest, dass das Eis der Gletscher und an den Polen schmilzt. Außerdem häufen sich Wetterextreme.
In einer wärmeren Atmosphäre treten mehr Wetterextreme auf, weil mehr Wasser verdunstet. Das verdunstete Wasser ist gespeicherte Energie und diese wird wieder freigesetzt.

Wie beeinflusst der Mensch das Klima?

Vor allem durch die Treibhausgase. Kohlendioxid ist zu etwa 50 Prozent verantwortlich. Es entsteht immer dann, wenn man fossile Brennstoffe verfeuert, also Kohle, Öl oder Gas.
Methan trägt etwa 20 Prozent bei, es entsteht in der Erdgasproduktion und der Landwirtschaft. Fluorchlorkohlenwasserstoffe sind zu 15 Prozent verantwortlich.
Zwar ist ihre Produktion schon deutlich reduziert, aber der Zerfall der FCKW, die jetzt in der Atmosphäre sind, kann bis zu 100 Jahre dauern.

Was bedeutet das für das Klima?

Egal, was wir jetzt tun, es wird eine weitere Erwärmung und eine weitere Verschärfung der Wetterextreme geben. Das ganze Klimasystem ist äußerst träge. Alle Maßnahmen, positive oder negative, machen sich erst nach 30 Jahren bemerkbar. Aber die gröbsten Änderungen sind zu vermeiden.

Wie kann man das Klima beeinflussen?

Aus Sicht der Klimaforschung ist eine Reduzierung der durch den Menschen eingebrachten Treibhausgase nötig. Bis 2050 muss die Gasmenge um die Hälfte verringert werden, und ab 2100 dürfen gar keine Treibhausgase mehr in die Atmosphäre gelangen.

Das Kyoto-Abkommen verpflichtet die Industrieländer, den Ausstoß von Treibhausgasen bis 2012 um 5 Prozent zu senken. Reicht das?

Aus Sicht der Forschung nicht. Zunächst machen die USA dabei nicht mit, wie auch andere Industrieländer, zum Beispiel Australien. Länder wie China und Indien bleiben außen vor, da sie nicht als Industrieländer gelten. Dabei haben sie einen Gasausstoß wie ein Land der EU.

Kann Atomenergie das Klima schützen?

Nein, das Uran geht auch zu Ende. Die einzige Lösung besteht in der Nutzung erneuerbarer Energien.

Mojib Latif ist Professor am Leibniz-Institut für Meereswissenschaften an der Universität Kiel. Seine Fachgebiete sind Ozeanzirkulation und Klimadynamik. Sein Buch zum Thema heißt „Hitzerekorde und Jahrhundertflut“

Linksruck Nr. 207, 14. September 2005

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